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Daisy mit Schleifchen

Daisy ist uns bislang bekannt gewesen als ewige Verlobte von Donald Duck und als Schoßhündchen von Rudolph Moshammer. Jetzt hat sich der Schneesturm gleichen Namens als ebenso kapriziös erwiesen, unzuverlässig, launisch. Daisy Duck flirtete bekanntlich häufig mit Donalds Vetter Gustav Gans, und die Daisy dieser Tage bändelte mit dem - uns Rheinländern nur entfernt verwandten - Norddeutschland an, ließ uns aber ungeschoren. VON WOLFRAM GOERTZ  mehr 

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Klassentreffen in Siena

Im kommenden Jahr werde ich 30 Jahre Abitur haben. Es ist ein schreckliches Jubiläum, und ohnedies kommt es mir so vor, als liege das Klassentreffen zum 20-Jährigen erst ein paar Monate zurück. Wir vergreisen also unaufhörlich. Aber was will man machen? VON WOLFRAM GOERTZ  mehr 

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Männer und Frauen – der Unterschied

Dieser Tage am Rhein. Ein herrlicher Tag. Alles drängte zum Fluss, Kind, Kegel und Hund. Auch vier junge Leute - zwei Jungs, zwei Mädchen, lass sie mal knapp 18 gewesen sein - zog es zu spätnachmittäglicher Stunde dorthin. Ein Mädchen hatte seinen Hund dabei und gönnte ihm ein Bad im Strom. Einer der beiden Jungs schleppte eine Wolldecke mit sich, blieb stehen, schaute sich um und schien unwillig, noch weiter am Ufer entlang zu stapfen. Er ließ sich nieder und breitete die Decke aus. VON WOLFRAM GOERTZ  mehr 

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Zwei Jungs mit Kinderwagen

Wenn zwei Musikkritiker mit einem Säugling ins Restaurant gehen, bekommen sie seltsame Blicke zugeworfen. VON WOLFRAM GOERTZ  mehr 

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Tina und der RE 21430 nach Lübeck

Der Regionalexpress RE 21430 von Hamburg nach Lübeck startete planmäßig um 19.11 Uhr, er war proppenvoll, aber gemütlich, die Passagiere hatten einen anstrengenden Tag im Büro oder beim Shoppen verbracht, sie sehnten sich nach dem Feierabend, der Hypertoniker im Anzug gegenüber las den neuen "Playboy", wobei er die Bilderstrecken demonstrativ überblätterte, eine Mutter nestelte an ihren beiden Kindern herum, ein älteres Ehepaar schnaufte genüsslich vor sich hin, ein junger Mann durchforstete seinen iPod nach schönen Sounds. VON WOLFRAM GOERTZ  mehr 

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"Kommen Sie bitte auch zu Kasse 4!“

Gestern war ich bei Aldi, dem Laden, bei dem man in jeder Filiale der Welt weiß, wo das Toastbrot liegt und wo der Ziegenkäse. Was man nie weiß: Wie lange wird die Schlange vor der Kasse sein? VON WOLFRAM GOERTZ  mehr 

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Made in China

Seit vielen Jahren bin ich eifriger Besitzer und Benutzer einer eigenen Waschmaschine, doch ein gütiges Schicksal wollte es, dass mir die besonders komplizierten Sachen (Gardinen, Wollsachen, Smokinghemden) lange Zeit von kundiger weiblicher Hand abgenommen wurden. Ich war darüber nicht unfroh und schalt mich auch nicht einen inkompletten Hausmann, denn auf alles muss man nicht spezialisiert sein. VON WOLFRAM GOERTZ  mehr 

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Hausmeister um 8.10 Uhr

Im höheren Alter habe ich mir noch ein Studium zugemutet, das ist nicht üblich, macht aber Spaß. Es gibt ja den Aspekt der Berufung, den Drang in eine neue Disziplin, dem man sich nicht entziehen sollte, wenn er übermächtig ist. Ich werde im kommenden Frühjahr an der Medizinischen Fakultät in Aachen promovieren, wenn mir nicht etwas Gravierendes dazwischen kommt. Die Doktorarbeit ist fertig, mir fehlen aber noch ein Schein und eine Klausur, und dazu fahre ich einmal die Woche nach Aachen. VON WOLFRAM GOERTZ  mehr 

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Die Analysen der Politiker

Nach der bayerischen Landtagswahl wurde wieder über die Neigung der Wähler gesprochen, die so genannten etablierten Parteien abzuwatschen und andere zu begünstigen. Ich weiß jetzt nach einem allergischen Schock, den ich beim Politikergerede nach der Bayern-Wahl erlitt, woher diese Verdrossenheit rührt. VON WOLFRAM GOERTZ  mehr 

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Schwarzer Gürtel

Von der Weltöffentlichkeit unbemerkt, trug ich früher zu gewissen Stunden einen schwarzen Gürtel, der nichts mit meiner normalen Cordhose oder Jeans zu tun hatte. Es war der schwarze Gürtel in einer Sportart, bei welcher deutsche Sportler alle vier Jahre bei Olympia Gold holen. VON WOLFRAM GOERTZ  mehr 

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Foltern mit Musik

Wer auf offener Straße einer rollenden, als Auto getarnten Stereoanlage begegnet, aus der es brutalstmöglich wummert und kracht, der weiß, dass Musik nicht nur Wohltat, sondern auch Schrecken verbreiten kann. In der Konsequenz wird Musik – man glaubt es kaum, aber es ist so - tatsächlich seit langem als Folterwerkzeug eingesetzt. VON WOLFRAM GOERTZ  mehr 

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Ich war Jarrett

Zu den stillen und opferfreudigen Helden der Musikbranche zählen jene Feinhörigen, welche die Gabe des Raushörens besitzen. Jemand, der etwas raushört, schreibt nachträglich die Noten für ein Stück auf, von dem es keine Noten gibt, das er aber auf CD so oft gehört hat, dass er es auf Papier umkopieren kann. Man muss zum Raushören mehr als nur sehr gute Ohren besitzen. Wer raushört, hat Ahnung von Komposition, Tonsatz, Harmonik, Kontrapunktik. VON WOLFRAM GOERTZ  mehr 

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Dialog mit meiner Regenrinne

Gestern Abend saß ich wieder auf meinem Balkon, als ich plötzlich eine Stimme hörte. Ich drehte mich um. Niemand zu sehen. Die Stimme kam von der Seite, vom Dach. Als ich genauer hinsah und auf die Stimme hörte, erkannte ich sie: Es war meine Regenrinne. VON WOLFRAM GOERTZ  mehr 

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Trophäen aus Feuchtgebieten

Wenn einer eine Reise tut, dann bringt er oft etwas mit - und hat es nicht bezahlt. Neulich war ich dienstlich in der Ferne und musste mehrfach das Hotel wechseln. Als ich im Flughafen eincheckte, um in die Nähe zurückzureisen, wünschte man den Inhalt meines Rucksacks zu sehen. VON WOLFRAM GOERTZ  mehr 

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Schinken oder Käse?

Freundlichkeit ist eine Tugend, die vieles bewirkt. Zum Beispiel Nahrungszufuhr. VON WOLFRAM GOERTZ  mehr 

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Bei Anruf Dübel

Gestern bekam ich einen Anruf vom Handy eines lieben Bekannten. Wir sollten dieser Tage eine Flasche Wein köpfen, schlug er vor, doch jetzt müsse er erst nach Münster, um seiner Tochter in deren neuer Studierbude beim Möbelaufbau zu helfen. Er beschloss, sich bald wieder zu melden. VON WOLFRAM GOERTZ  mehr 

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Im Schlafanzug am Kaarster Kreuz

Man sagt uns Journalisten ein fahrlässiges Verhältnis zur Tageszeit nach. Wir könnten aufstehen, wann wir wollten, schrieben zwischendurch ein paar kleine Artikel, kehrten früh wieder heim aus dem Büro, hätten freie Abende, in denen sich keine Knochen ausruhen müssten. Kurzum, wir seien zu beneiden. In diesem Neid schwingt Missgunst mit. Von den Gerüchten über unseren Lebenswandel stimmt zwar kein einziges, aber damit müssen wir Journalisten leben. VON WOLFRAM GOERTZ  mehr 

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Sauna für alle?

Neulich war ich erstmals in einer Sauna-Therme, an einem Tag, an dem man hoffen konnte, man sei der einzige Besucher. Zehn Minuten nach Öffnung wusste ich, dass es Kohorten sein würden. Es war ein schrecklicher Tag. Nur der Ruheraum gefiel mir. Die Saunen waren überfüllt, und es bewahrheitete sich das Wort der Schrift: Ihr werdet schwitzen und leiden fürchterlich! VON WOLFRAM GOERTZ  mehr 

 
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