Verschmähst Du rohen Fisch - kommt halt nichts auf den Tisch!
ich tät sagen: Wer das Sushi ehrt, hat 'nen Geschmack wie'n Pferd!
... wer das Sushi nicht ehrt ist des Grillens nicht wert! (Ist das grammatikalisch korrekt?)
Manchmal ist das Leben wie im Film. Glaubt ihr nicht? Ich will’s euch beweisen. Ich erzähle die Geschichte des niederrheinischen Schreibers Marc Cattelaens, der sein beschauliches Leben auf dem Land eintauscht, sich für einige Zeit auf einen Außenposten versetzen lässt und sich damit auf unbekanntes Terrain begibt. Er will das wilde WG-Leben kennen lernen.
Dämmert’s schon?
Im Film ist es die Geschichte des Nordstaaten-Offiziers John Dunbar, der sich auf einen Außenposten im Indianergebiet versetzen lässt. Ziel: Er will den wilden Westen kennen lernen. Dabei schließt Dunbar Freundschaft mit einem Wolf, der ihn regelmäßig besucht und sich langsam von ihm zähmen lässt. Er gibt ihm den Namen "Socke".
WG: Schreiber Marc schließt wohl oder übel auch Freundschaft. Und zwar mit einer Taube auf unserem WG-Balkon, die ihn ebenfalls regelmäßig besucht. Jeden morgen gegen 6 Uhr. Dann gurrt sie und hört nicht mehr auf. Er gibt ihr den Namen „Miststück“.
FILM: Mit der Zeit kommt es zu einer ersten Begegnung mit dem Indianer-Stamm der Lakota. In einer Ausnahmesituation hilft Dunbar einer bei den Lakota lebenden weißen Frau, was dazu führt, dass beide Seiten von friedlichen Absichten der anderen Seite ausgehen. Eine langsame Annäherung findet statt, weil auf beiden Seiten die Einsicht wächst, dass keiner den anderen unmittelbar bedroht. Zentral ist dabei vor allem das gemeinsame Essen.
WG: Umgeben von Großstadtindianern trifft Schreiber Marc auf seine WG-Kumpanin Ananda. Nach und nach fließen abends nach getaner Arbeit wahlweise roter und weißer Rebensaft in die Kehlen – natürlich wohl dosiert. Dazu wächst die Einsicht: Warum kochen, wenn der Italiener nebenan doch so lecker ist.
FILM: In einer kriegerischen Auseinandersetzung hilft Dunbar den Lakota, ihr Dorf vor den Pawnees zu verteidigen. Dieses Ereignis macht ihn zum Mitglied des Dorfes. In Folge dessen erhält Dunbar sogar einen Lakota-Namen: „Der mit dem Wolf tanzt“.
WG: Auf eine kurze zerstörerische Phase (Schreiber Marc bricht beim Spülen einen Plastikeierlöffel entzwei, randaliert im Schlaf und wirft dabei Sarahs Nachtkästchen um und holt wenig später auch noch ihre Gardinenstange von der Decke) folgt beidseitiges Verständnis. Denn: Marc toleriert, dass ich Tag für Tag wie eine Besessene die Wohnung mit ein und derselben CD beschalle. Diese Toleranz und seine Reparaturen (Gardinenstange) machen Marc zum Helden der WG. Nach Absprache mit meiner durch Abwesenheit glänzenden Mitbewohnerin Sarah erhält Schreiber Marc den Beinamen „Der mit der Taube aufwacht“ sowie „Den trotzdem nichts aus der Ruhe“ bringt.
FILMKRITIK: Kaum zuvor war in Hollywood die Welt der Indianer mit einer solchen Authentizität dargestellt worden. Der Film zeigt in exemplarischer Weise, wie ein Mensch von seiner eigenen Kultur über einzelne Zwischenschritte in eine andere Kultur überwechselt und schließlich alle Brücken zu seiner bisherigen abbricht.
WG-Wohnungstausch-FAZIT: Liebe Sarah, während deiner Abwesenheit haben Marc und ich kein einziges Mal Türen geknallt. Es gibt also keine von dir befürchteten Risse in den Wänden. Nur, ich glaube, gänzlich vom Leben und der Kultur der Großstadtindianer konnte ich Schreiber Marc nicht überzeugen. Sushi – von dem er in der WG zum alleresten Mal kostete – ist für ihn einfach nur „bäh“.