Eine Halbzeit lang durfte Handball-Bundesligist DHC Rheinland gestern Abend im ersten Meisterschaftsspiel seiner Geschichte an der Sensation schnuppern, denn erst am Ende setzte sich der Deutsche Meister THW Kiel vom 15:15-Pausenstand zu einem 32:25-Sieg ab.
Der Dormagener HC Rheinland ist in der Handball-Bundesliga angekommen: Im ersten Spiel seiner Vereinsgeschichte stürzte der DHC gestern Abend vor 2512 Zuschauern den Deutschen Meister THW Kiel von einer Verlegenheit in die andere. Erst aufgrund einer Leistungssteigerung des kurz vor dem Pausenpfiff aus- und nach der Halbzeit wieder eingewechselten Torhüters Thierry Omeyer und der individuellen Klasse von Spielern wie Christian Zeitz und Dominik Klein setzten sich die favorisierten Gäste vom 15:15-Pausen- auf den 32:25-Endstand ab.
"Mit diesem Einstand können wir mehr als zufrieden sein, auch wenn der Kieler Sieg natürlich vollauf verdient war", zeigte sich DHC-Trainer Kai Wandschneider nach dem ersten Auftritt seiner Schützlinge in der Handball-Bundesliga mehr als zufrieden. Den von ihm befürchteten übergroßen Respekt vor dem Titelverteidiger und Champions-League-Sieger aus Kiel zeigten die jungen Dormagener Spieler nur in der Anfangsphase: Als die Gäste nach vier Minuten bereits mit 4:0 in Führung lagen, schien die Partie ihren erwarteten Verlauf zu nehmen.
Die nächsten Spiele
Auch die nächsten Bundesligapartien des DHC Rheinland sind Heimspiele: Am Freitag, 10. September (19.45 Uhr), gastieren die Füchse Berlin in der HRC-Arena, am Mittwoch, 15. September (20.15 Uhr) die SG Flensburg-Handewitt.
Doch statt eines Debakels sahen die 2512 Zuschauer plötzlich ein großes Kampfspiel der Hausherren. Aggressiv und beweglich in der Abwehr brachten sie den Kieler Spielfluss zum Stocken. Und als dann Torhüter Vitali Feshchanka nach sieben Minuten den ersten Wurf des bis dahin schon zwei Mal erfolgreichen Christian Zeitz abwehrte und die Dormagener ihre Fehler im Angriff minimierten, kam plötzlich knisternde Spanung in die Partie. Drei Siebenmeter in Folge des überaus sicheren Max Holst brachten die Hausherren bis zur 16. Minute auf 7:9 heran. Und als Arni Thor Sigtrygsson mit seinem ersten Tor für den DHC sogar auf 8:9 verkürzte (17.), erhoben sich die Dormagener Fans zum ersten Mal von ihren Plätzen. Es sollte nicht das letzte Mal bleiben am gestrigen Abend. Der DHC zog nun ein schönes Kombinationsspiel auf und ließ sich auch nicht dadurch aus dem Rhythmus bringen, dass die Kieler wieder auf 11:8 und 13:10 (23.) davonzogen. Kristian Nippes gelang dann der umjubelte erste Ausgleich (14:14, 29.), Daniel Wernig markierte den Pausenstand. Da hatte THW-Trainer Alfred Gislason Torhüter Omeyer bereits auf die Bank geholt. Dessen Wieder-Einwechslung brachte die Partie nach der Pause zum Kippen: Gegen die 15 Paraden des Olympiasiegers waren die Dormagener schließlich machtlos, wurden am Ende aber mit sieben Toren Differenz etwas unter Wert geschlagen. 45 Minuten lang machte der gestrige Auftritt jedoch Hoffnung, dass der DHC in dieser Saison nicht bloß Kanonenfutter ist.
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