DHC Rheinland (NGZ). Handball-Zweitligist Dormagener HC Rheinland hat einen neuen Hauptsponsor: Die Kyocera Fineceramics GmbH mit Sitz in Neuss wird ab der neuen Spielzeit mit ihrem Schriftzug auf dem Trikotrücken vertreten sein und hat auch das Namensrecht für das Sportcenter am Höhenberg erworben.
Dormagen/Neuss Auf den Tag genau ein Jahr, nachdem Heinz Lieven beim Amtsgericht Düsseldorf wegen der Pleite seines vermeintlichen Hauptsponsors Antrag auf Insolvenz für den (damaligen) Handball-Bundesligisten stellen musste, hat der Dormagener HC Rheinland wieder einen neuen Hauptsponsor.
Gestern setzten der DHC-Geschäftsführer und Mitsuru Imanaka, Vorstandsmitglied der Kyocera Corporation mit Sitz im japanischen Kyoto, ihre Unterschriften unter den Vertrag, mit dem die "Kyocera Fineceramics GmbH", die ihren Deutschland-Sitz in Esslingen und am Neusser Hammfelddamm hat, ab 1. Juli neuer Werbepartner des Zweitligisten wird.
Das japanische Unternehmen, nach eigenen Angaben "einer der weltweit führenden Anbieter feinkeramischer Komponenten für die Technologieindustrie" und stark engagiert im Bereich Photovoltaik/Sonnenenergie, wirbt künftig nicht nur auf dem Rücken der Trikots und auf Boden und Banden, sondern hat auch das Recht am Hallennamen erworben – das TSV-Sportcenter am Höhenberg wird in der neuen Saison "Kyocera Arena" heißen. Dort und im Castello in Düsseldorf-Reisholz wird dann die neue Spielgemeinschaft aus Dormagener HC Rheinland und HSG Düsseldorf, die weiter unter dem Kürzel "DHC Rheinland" (nicht wie ursprünglich beabsichtigt DDHC Rheinland) auflaufen soll, im Wechsel ihre Heimspiele austragen.
Das Unternehmen
Kyocera mit Hauptsitz in Kyoto ist einer der weltweit führenden Anbieter feinkeramischer Komponenten für die Technologieindustrie. Strategisch wichtige Geschäftsfelder der aus 208 Tochtergesellschaften (1. April 2011) bestehenden Kyocera-Gruppe bilden Informations- und Kommunikationstechnologie, Produkte zur Steigerung der Lebensqualität sowie umweltverträgliche Produkte. Der Technologie-Konzern ist weltweit einer der größten Produzenten von Solarenergie-Systemen.
Mit über 66 000 Mitarbeitern erwirtschaftete Kyocera im Geschäftsjahr 2010/2011 einen Netto-Jahresumsatz von rund 10,74 Milliarden Euro. Kyocera ist in Deutschland mit zwei eigenständigen Gesellschaften vertreten: der Kyocera Fineceramics GmbH in Neuss und Esslingen sowie der Kyocera Mita Deutschland GmbH in Meerbusch.
Über die Summe, die als Gegenleistung fließt, haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Nach NGZ-Informationen soll sie sich in der Größenordnung bewegen, die 2010 der später in Insolvenz gegangene vermeintliche Hauptsponsor zugesagt, aber nie gezahlt hat.
"Ich freue mich, ein weltweit agierendes Unternehmen, das seinen Sitz im Rhein-Kreis hat, als neuen Partner gewonnen zu haben", sagt Lieven, der seit fast zwei Jahren beharrlich sein von vielen belächeltes "Japan-Konzept" verfolgt hat. "Neben unserem Engagement im Fußball" – die in Meerbusch ansässige Kyocera Mita GmbH war einige Jahre Trikotsponsor von Borussia Mönchengladbach – "setzen wir bewusst auf den Handball – eine Sportart, die in Deutschland und Europa viele Menschen begeistert", erläutert Kyocera-Vorstand Mitsuru Imanaka das Engagement des Konzerns, dessen "Zielgruppe nachweislich ein überdurchschnittliches Sportinteresse" habe. "Dormagen und Düsseldorf können auf eine lange Handballgeschichte zurückblicken und arbeiten intensiv an einer erfolgreichen Zukunft in der Handball-Bundesliga", wird Imanaka in der gemeinsamen Presseerklärung des Konzerns und des DHC zitiert.
Daran können die Dormagener morgen (19.45 Uhr) weiter arbeiten, wenn der ASV Hamm zum Auftakt der Rückrunde ins Sportcenter kommt. "Vielleicht gibt der neue Sponsor den Spielern Rückenwind für einen Sieg", sagt Lieven, "denn den können wir gut gebrauchen."
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