Dormagen (NGZ). Rund 1000 Fahrradfahrer flogen am Freitag im Rahmen der "NRW-Radtour 2010" auf dem Gelände des Klosters Knechtsteden ein. Die insgesamt rund 250 Kilometer lange Tour endet am Sonntag in Mülheim an der Ruhr.
Klaus Greipel, stilecht im blauen Rennradfahrerdress gekleidet, stellte sich am Freitag Nachmittag auf den Klosterhof und blinzelte der Sonne entgegen. Endlich Pause. Greipel war eigens für die "NRW-Radtour 2010" aus Cuxhaven angereist. "Ich bin zum ersten Mal dabei", sagte der völlig verschwitzte Klaus Greipel, der wie rund 1000 andere Radfahrer am Freitag Morgen von Köln aus in Richtung Kloster Knechtsteden gestartet war.
Tour der Leiden und Längen
Es war ein wenig auch eine Tour der Leiden und Längen. Über eine Stunde verspätete sich der Tross, die Route war wegen Sturmschäden geändert worden. Und so wartete zunächst auch der stellvertretende Bürgermeister Hans Sturm auf einer Bank auf die Ankunft der Radler, um später sein Grußwort sprechen zu können.
Still-Leben
Am Sonntag feiern Bürger und Besucher der Metropole Ruhr ein Fest der Alltagskulturen auf der A40/B1. Für die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 entsteht auf einer Strecke von fast 60 Kilometern aus 20 000 Tischen eine Begegnungsstätte der Kulturen, Generationen und Nationen – die längste Tafel der Welt.
Am Ziel angekommen, erwartet die Teilnehmer und interessierten Gäste in der schönen Atmosphäre des Klosters ein buntes Rahmenprogramm mit Jazzmusik und den vielseitigen Besichtigungsmöglichkeiten auf dem Klostergelände.
An den vier Tourtagen steuern die Teilnehmer die Etappenziele Köln, Neuss, Krefeld und Mülheim an der Ruhr an. Entlang der schönen Strecke durch das Rheinland werden Pausen an einigen von der Nordrhein-Westfalen-Stiftung geförderten Natur- und Kulturprojekten eingelegt. Dazu gehören neben Kloster Knechtsteden etwa die Abtei in Brauweiler in Pulheim, das Schloss Dyck in Jüchen, der Dicke Turm in Ratingen oder das Kloster Saarn in Mülheim. Die Tour ist insgesamt rund 250 Kilometer lang, was sich in vier Tagen und mit einigen Zwischenstopps an schönen Pausenorten gut bewältigen lässt.
Holm Wilmsmeier, der sich ebenfalls dem Tross angeschlossen hatte, brachte jedoch auch Kritikpunkte vor: "Ich war zunächst in Gruppe zwei, und über die Organisation möchte ich lieber nicht sprechen", sagte der Radler. der Großteil der Motorradpolizisten hätte die Gruppe eins betreut. Dass die Organisation durchaus stressig vonstatten ging, war den hektisch umherwuselnden Mitarbeitern der NRW Stiftung durchaus anzumerken.
Das Tourende am Sonntag, 18. Juli, bietet dennoch noch eine besondere Attraktion: Die Radler werden über die Autobahn A40 rollen, die an diesem Tag für das Projekt "Still-Leben" der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 den Fußgängern und Radfahrern gehört.
Der Streckenverlauf der NRW-Radtour 2010 ist als Film im Internet auf der Seite www.nrw-radtour.de zu sehen. Begleitet wird die Radtour von einer Polizei-Motorradstaffel, dem ADFC NRW und dem Deutschen Roten Kreuz.
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