Dormagen: Biologische Station ist bedroht
VON PETRA SCHIFFER - zuletzt aktualisiert: 19.03.2007 - 21:36Dormagen (NGZ) Knechtsteden Die Zukunft der Biologischen Station in Knechtsteden ist bedroht. Grund sind Sparpläne des NRW-Umweltministeriums. In Düsseldorf wird darüber nachgedacht, mehrere Stationen landesweit zusammenzulegen. Knechtsteden soll mit der Einrichtung in der Urdenbacher Kämpe auf der anderen Rheinseite kooperieren.
Biologische Station
Der Verein Biologische Station im Rhein-Kreis Neuss wurde 1998 gegründet. Zunächst hatte er seinen Sitz auf dem Gelände der Dormagener Zuckerfabrik. Seit September 2001 ist das Haus der Natur im Kloster Knechtsteden untergebracht. Dort teilen sich vier Mitarbeiter drei Stellen.
„Das wäre für uns eine existenzgefährdende Geschichte“, sagt Wolf Meyer-Ricks, Vorsitzender des Vereins der Biologischen Station im Rhein-Kreis Neuss. Auch Kreisumweltdezernent Karsten Mankowsky ist der Meinung, dass die Knechtstedener Station als kleinerer Partner in dieser Konstellation nicht überlebensfähig wäre.
Die SPD-Landtagsabgeordnete Ulrike Apel-Haefs geht noch einen Schritt weiter. Sie glaubt, dass der Zusammenschluss der Naturschutz-Einrichtungen zu größeren Einheiten nur der erste Schritt ist.
„Im Landtag hat die FDP bereits davon gesprochen, dass diese neuen Stationen danach in einen Wettbewerb zu privaten Anbietern treten sollen oder sogar selbst privatisiert werden sollen“, sagt sie. Und das sei das sichere Ende der Biologischen Station.
Ministeriumssprecher Markus Fliege wollte sich Montag nicht zu den konkreten Plänen für Knechtsteden äußern. Es sei richtig, dass ein „Gesamtrestrukturierungspaket“ für die Biologischen Stationen in NRW erarbeitet werde. Das Ziel sei, Geld zu sparen und effektiver zu arbeiten.
„Zu Details können wir aber noch nichts sagen, politisch ist noch nichts entschieden“, sagt Fliege. Deshalb versuchen der Kreis und die Stadt jetzt Einfluss zu nehmen. Sowohl Landrat Dieter Patt, als auch Bürgermeister Heinz Hilgers haben sich schriftlich an das Ministerium gewandt und um den Erhalt der Station in der jetzigen Form gebeten.
„Es kann nichts dabei herauskommen, wenn die Arbeit für den Rhein-Kreis Neuss in Zukunft von der anderen Rheinseite aus koordiniert wird“, sagt Mankowsky. Die Station leiste für die Städte und den Kreis wichtige Arbeit und habe bereits mehrere finanzielle Kürzungen in den vergangenen Jahren wegstecken müssen. Jetzt müsse Schluss sein.
Das sieht Meyer-Ricks ähnlich. Nach seinen Berechnungen will das Land in Urdenbach und Knechtsteden rund 22 000 Euro kürzen. „Das ist ein erheblicher Teil, mit dem wir unseren heutigen Personalpool mit drei Stellen nicht halten könnten“, sagt er.
Außerdem halte er die Zusammenarbeit mit der Einrichtung auf der anderen Rheinseite inhaltlich für problematisch. „Die Stärke der Biologischen Station ist der kommunale Verbund vor Ort, der guten Kontakt zu ehrenamtlichen Naturschutzverbänden und den Landwirten hat“, erklärt er. „Ein solches Netzwerk lässt sich nicht einfach quer über den Rhein spannen.“
„Die Station nimmt ihre Aufgaben von Anfang an unter äußerst schwierigen personellen Bedingungen wahr, dennoch effizient, effektiv und kostensparend“, lobt auch Hilgers in seinem Brief an das Umweltministerium. Den Standort Knechtsteden aufzugeben, sei deshalb der falsche Weg.
„Ich habe allerdings nichts dagegen, über neue Finanzierungssysteme zu sprechen, die die Station unabhängiger von Zuschüssen machen“, sagt Hilgers. Wenn der Kreis, Kommunen, aber auch Privatleute die Einrichtung für ihre Dienstleistungen bezahlen würden, sei er sicher, dass die Station finanziell besser dastehen werde als heute.
















