Dormagen: Dormagen zeigt Flagge
Dormagen (NGZ) Bei der Kundgebung der rechtsgerichteten Bewegung „Pro NRW“ und der Gegendemonstration auf dem Marktplatz mit 400 Teilnehmern blieb es am Freitag Nachmittag weitgehend friedlich. Rund 400 Polizeibeamte schützten die Demonstranten.
Dormagen Dormagen zeigt Flagge. Bei der Demonstration gegen Rassismus am Freitag Nachmittag auf dem Marktplatz verbreiteten rund 400 Besucher fröhliche Volksfeststimmung. Zu der Kundgebung der rechtspopulistischen Bewegung „Pro NRW“ dagegen waren nur rund 80 Sympathisanten und etwa 250 Zuschauer gekommen, viele davon, um gegen Rechts zu demonstrieren.
Bis auf einen Zwischenfall, bei dem vier Jugendliche versuchten die Bühne zu stürmen, gab es keine Zwischenfälle. Das Quartett wurde schnell gestellt, vorläufig festgenommen und nach Düsseldorf gebracht. Was sie genau wollten, blieb bis Freitag Abend noch unklar. Pro NRW-Bürgermeister-Kandidat Daniel Schöppe, der gerade sprach, empfand die Attacke als Angriff auf sich; andere meinten, die Störer hätten nur Fahnen herunterreißen wollen.
14 Uhr am Freitag in der Dormagener Innenstadt. Nichts geht mehr. Die Geschäfte sind geschlossen, die Schaufenster von dm sind vernagelt, das RingCenter hat einen Bauzaun vor die Fensterfront räumen lassen. Straßensperren weiträumig um das Zentrum. „Eine Atmosphäre wie Neujahr um sieben Uhr morgens“, sagt Bürgermeister Heinz Hilgers.
Der Platz vor dem Rathaus ist abgesperrt. Gegen 15 Uhr trudeln die ersten Zuschauer ein. Sympathisanten sind es kaum. Udo Bergmann, früherer Leiter der Caritas-Familienberatungsstelle, will nur einmal die Atmosphäre schnuppern: „Man kennt das nur aus dem Fernsehen.“ Busunternehmer Erdogan Afan ist über die Schließung empört: „Wenn wir schon zumachen müssen, will ich wenigstens sehen, was hier los ist.“
Um 15.45 Uhr kommt plötzlich Bewegung in die Szenerie. Die Polizisten bauen sich auf, lassen nur noch Pro-NRW-Sympathisanten und Pressevertreter durch. Ein stattlicher Korso edler Vans und Kleinbusse fährt hinter dem Rathaus vor, eskortiert von Polizeifahrzeugen.
Pro NRW mit ihren italienischen, französischen und österreichischen Gesinnungsgenossen sind eingetroffen. Auf einem Lkw wird die Plane hochgezogen, das Mikrofon gerichtet. Die ganze Szenerie erinnert an Wochenschau-Filme aus unseliger Vergangenheit. Dann erklingen der Radetzky-Marsch und Gregorianische Choräle in Disco-Version, inklusive Beifall vom Band.
Es folgen Hass- und Hetztiraden gegen Ausländer, gegen die etablierten Parteien. „Das klingt wie die Parolen aus der Nazi-Zeit“, sagt ein älterer Dormagener, der aus ehrlichem Interesse gekommen war, nach einer Viertelstunde wieder geht.
Einige der Pro-NRW-Demonstranten tragen fast blasphemisch Kreuze, andere wie zum Hohn israelische Flaggen. Insbesondere Daniel Schöppe hetzt gegen Türken und andere Ausländer, gegen die Dormagener Politik. Begleitet werden die Tiraden von Rufen wie „Nazis raus“, von einem Konzert aus Trillerpfeifen.
An allen drei Flanken des Platzes vor dem Rathaus sind Demonstranten, darunter die bekannten Antifa-Gruppen, aber auch zahlreiche Jugendliche, die sich am Vormittag in der Kulle zum Thema „Schulen gegen Rassismus“ getroffen haben. Kathrin und Rebecca: „Wir wollen einfach wissen, was die wirklich sagen.“
Rund 400 Polizeibeamte sind in der Stadt. Pro NRW und ihre Gegner sind durch Absperrgitter und eine Polizeikette voneinander getrennt. Dennoch kommt auf einmal Unruhe auf. Vier Jugendliche stürmen vor die Bühne. Sekunden später sind sie umringt von einer Traube Polizisten. Sie legen ihnen Handfesseln an, bringen sie zur ersten Vernehmung ins Rathaus.
Für einen kurzen Augenblick scheint die Veranstaltung eine dramatische Wendung zu nehmen. Doch dann hat die Polizei wieder alles im Griff. Schöppe redet weiter, die Trillerpfeifen und „Nazis raus“-Rufe werden lauter. Die meisten Zuschauer haben den Platz längst verlassen. Viele offenbar angewidert, von dem, was sie gehört haben. Unterdessen wechseln zwei Polizeibeamte an einem Einsatzfahrzeug einen defekten Reifen.
Inzwischen steigt auf dem Markt eine fröhliche Party mit einigen musikalischen Höhepunkten. Mit Stimmung wie beim Rock-Konzert und ernsten Worten von Bürgermeister Heinz Hilgers, dem katholischen Pfarrer Peter Stelten und seinem evangelischen Pendant Frank Picht machen die Gegendemonstranten Front für Toleranz und gegenseitiges Verständnis.
Um 17.45 Uhr ist der Spuk vor dem Rathaus vorbei. Die Van-Parade zieht weiter. Sie waren schon in Leichlichen und Leverkusen, morgen sind sie in Köln. „Dann sehen wir uns wieder“, höhnen einige der Gegendemonstranten.
Oder was sollen diese komplett rechtslastigen Kommentare hier?
leider wie ich feststellen muss die falsche. Ihre Berichterstattung ist eine Farce, warum erzählen Sie den dormagener Bürgern nicht das die Geschäftsleute so unter Druck gesetzt wurden das...
dieses Foto gibt genau das wieder was wir alle nicht haben wollen. In diesem türkischen Mopp ist keiner mehr Straffrei (aber immer noch alle hier), die versetehen ja nicht mal was auf dem Schild...











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