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Dormagen: Anliegen von Senioren beachten

VON PETRA SCHIFFER - zuletzt aktualisiert: 15.01.2007 - 21:30

Dormagen (NGZ). Dormagen Städtische Formulare und Informationsbroschüren in großer Schrift, ein Bordsteinabsenkungsprogramm, ein Mehr-Generationen-Haus, seniorenfreundlich gestaltete Läden, neue Modelle für die Beweglichkeit alter Menschen - das sind konkrete Beispiele, wie die Dormagener CDU in diesem Jahr das Thema Seniorenpolitik und Mehr-Generationen-Gerechtigkeit auf die Agenda setzen will.

Senioren müssen sich in den Geschäften in Dormagen wohl fühlen - so eine Forderung der Dormagener CDU. Dazu gehöre nicht nur, dass auch gehbehinderte Menschen genug Platz hätten. Wichtig sei auch, dass die Waren übersichtlich präsentiert werden. Foto: NGZ
Senioren müssen sich in den Geschäften in Dormagen wohl fühlen - so eine Forderung der Dormagener CDU. Dazu gehöre nicht nur, dass auch gehbehinderte Menschen genug Platz hätten. Wichtig sei auch, dass die Waren übersichtlich präsentiert werden. Foto: NGZ

Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte die Union einen Stadtparteitag zu diesem Thema organisiert, jetzt fand eine Klausurtagung von Partei- und Fraktionsvorstand statt, um zu überlegen, wie die Pläne in Projekte umgesetzt werden sollen.

„Die Bedürfnisse alter Menschen in unserer Stadt wurden im Vergleich zu anderen Themen bislang in der Dormagener Politik etwas zurückversetzt behandelt“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Wiljo Wimmer. Vor dem Hintergrund der Prognosen, dass auch die Bevölkerung in Dormagen in den nächsten Jahrzehnten drastisch altern werde, sei es wichtig, die Lebensumstände von Senioren jetzt mehr in den Mittelpunkt zu rücken. „Wir müssen uns jetzt Gedanken machen, welche Weichen wir für eine älter werdende Gesellschaft stellen müssen, damit wir nicht in einigen Jahren unter Zeitdruck geraten“, so Wimmer.

Info
Dormagen wird älter

Zurzeit liegt das Durchschnittsalter der Dormagener bei 41 Jahren, nach der
Prognose der 2006 vorgestellten Bertelsmann-Studie wird es bereits in zehn Jahren 46 Jahre betragen. Heute ist jeder vierte Dormagener 60 Jahre und älter, im Jahr 2020 wird es jeder dritte sein. Die Zahl der über 75-Jährigen wird sich
in diesem Zeitraum verdoppeln. Die Zahl der über 80-Jährigen wird von zurzeit
1792 auf über 5200 Menschen im Jahr 2020 steigen.

Deshalb wolle die CDU noch in diesem Jahr einige ganz konkrete Initiativen ergreifen. „Die Mehr-Generationen-Politik wird ein Schwerpunkt der CDU im Jahr 2007“, kündigt Wimmer an. Kurzfristig sei beispielsweise in Abstimmung mit der Seniorenunion ein Rollator-Spaziergang durch die Stadt geplant, um im Selbstversuch zu erleben, wo es Stolperfallen für Menschen mit Gehbehinderungen, aber auch für Mütter mit Kinderwagen gibt. Die Ergebnisse sollten sich auch finanziell bemerkbar machen.

„Der Haushalt ist zwar schon verabschiedet, die Wirtschaftpläne der Technischen Betriebe (TBD) oder des Eigenbetriebs jedoch nicht. Er könne sich gut vorstellen, dass in jedem Jahr ein Posten für ein Bordsteinabsenkungsprogramm im Plan der TBD geschaffen werde. Gleiches gelte für die Info-Materialien und Formulare der Stadt. „Wichtige Schriftstücke müssen auch mit einem größeren Schriftbild zur Verfügung stehen“, fordert Wimmer.

Auch dafür sei die CDU bereit, Geld zur Verfügung zu stellen. Alles daran setzen werde die Union, dass ein Mehr-Generationen-Haus als Modellprojekt in Dormagen verwirklicht werde. Interesse hatten die Diakonie und die Caritas signalisiert. Das Haus soll ein Forum sein, um mehrere Generationen zusammenzubringen und gegenseitige Hilfsangebote - von der Leihoma bis zum Einkaufsservice für ältere Menschen - zu organisieren.

Auch andere Partner will die CDU einbinden. So müsse die SVGD die Haltestellen im Stadtgebiet auf ihren Komfort überprüfen. Zwei weitere Beispiele: „In Österreich gibt es in den Kirchen Gebetsbücher mit besonders großer Schrift für ältere Menschen, das ist eine gute Sache“, sagt Wimmer. Die Einzelhändler in Dormagen sollten ebenfalls an den Überlegungen für eine seniorenfreundlichere Stadt beteiligt werden - im eigenen Interessen, schließlich sei diese Kundschaft ein wachsender Markt.

„Es ist nicht nur wichtig, dass sich auch gehbehinderte Menschen in den Läden sicher fühlen, weil sie genug Platz haben“, meint der CDU-Fraktionschef. Sinnvoll sei auch, die Produkte so zu kennzeichnen, dass Senioren sie finden oder ein bestimmtes Sortiment sogar gebündelt an einer übersichtlichen Stelle anzubieten.

Quelle: NGZ


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