Die Schüler kennen keine Tabus (NGZ). Ulrich Leuschner, Vorstandsvorsitzender der Santander-Bank, war am Montag zu Gast im Norbert-Gymnasium Knechtsteden und diskutierte mit Schülern der AJM. Ein Schüler darf Leuschner einen Tag begleiten.
Knechtsteden Hin und wieder werden auch die Bosse nervös. So am Montag Ulrich Leuschner, seit 1. Mai Vorstandsvorsitzender der Santander-Bank mit Sitz in Mönchengladbach. Er stellte sich der Diskussion mit 22 Schülern der Academy for Junior Managers am Norbert-Gymnasium Knechtsteden. „Das ist ein spannender Termin. Ich weiß überhaupt nicht, was mich erwartet“, sagt der 51 Jahre alte Spitzenmanager. In roter Krawatte, der Farbe der Bank, steht er Rede und Antwort, spricht leise und präzise macht nur dort einen Rückzieher, wo Mitbewerber besonders aufhorchen könnten. Und die Schüler legen kräftig los, kennen keine Tabus.
Freya Heckhausen aus der Jahrgangsstufe 12 spricht sofort die Bankenkrise an. „Die Santander-Bank mit rund 3000 Mitarbeitern in Deutschland nach der Fusion mit der AKB-Bank blieb bislang von der Krise verschont“, so Leuschner. Sie wurde sogar zur „Besten Autobank“ und als „beste Sparbriefbank“ gewählt. Das lockt die Neugier. „Wir haben uns auf das eigentliche Bankgeschäft besonnen und auf das Privatkundengeschäft konzentriert“, erklärt Leuschner. Maximilian Lober hakt nach: „Muss aber eine Bank nicht stets etwas Neues bringen?“ Leuschner winkt ab: „Die letzte wirkliche Neuerung im Privatkundengeschäft gab es Ende der 50er Jahre. Wichtiger als ständige Neuerungen ist es, ein klares Profil zu im Markt zu haben und diese klare Linie den Kunden zu vermitteln.“ Theresa Georg stellt die Frage nach dem Ende der Krise. Leuschner zeigt die Dimension auf: „In der Krise 1975 lag der Rückgang bei 0,9 Prozent, jetzt sind wir bei minus 6,2 Prozent. Wir werden einen harten Winter erleben.“
Mehr dazu am Dienstag, 9.6.2009, in der NGZ.
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