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Dormagen: Basilika aus roten Backsteinen

VON PETRA SCHIFFER - zuletzt aktualisiert: 27.12.2006 - 01:00

Dormagen (NGZ). Delrath Sie liegt zurück versetzt von der Straße, und der rote Backsteinbau mit den einfachen Dachschindeln sieht von außen ziemlich unspektakulär aus. Dass es sich um eine Kirche handelt, ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Trotzdem haben die Delrather erreicht, dass ihre katholische Kirche St. Gabriel unter Denkmalschutz gestellt wird.

Klassische Formen mit einem Hauptschiff und zwei niedrigen Seitenschiffen und die schlichten Baumaterialien Backstein, Holz und Beton - diese Kombination macht die Delrather Pfarrkirche St. Gabriel zu einem schützenswerten Denkmal.  Foto: NGZ
Klassische Formen mit einem Hauptschiff und zwei niedrigen Seitenschiffen und die schlichten Baumaterialien Backstein, Holz und Beton - diese Kombination macht die Delrather Pfarrkirche St. Gabriel zu einem schützenswerten Denkmal. Foto: NGZ

Nach dem Kirchenvorstand und dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege haben auch die Dormagener Kommunalpolitiker ihre Zustimmung gegeben: Das Gotteshaus wird jetzt in die Denkmalliste der Stadt Dormagen eingetragen.

Der Grundstein wurde 1952 gelegt, zwei Jahre später wurde die Kirche eingeweiht. Die Architektur hat der Kölner Fritz Schaller entworfen, der in dieser Zeite eine ganze Reihe von Kirchen in der Erzdiözese Köln gebaut hat. „Das ist eine meiner schönsten Kirchen“, soll er bei einem späteren Besuch in Delrath gesagt haben.

„Ich habe diesen Satz selbst gehört - und ich kann Schaller nur Recht geben“, sagt Josef Vossebrecher. Der 83-Jährige hat sich als Kirchenvorstandsmitglied und Pfarrchronist über Jahrzehnte mit dem Gotteshaus beschäftigt. „Die Kirche ist vom Baustil eine klassische Basilika mit einem Hauptschiff, zwei niedrigen Seitenschiffen und Obergaubenfenstern“, erklärt Vossebrecher den besonderen Reiz des neuen Denkmals.

Info
Kirchenverband Nord

Im Oktober errichtete Joachim Kardinal Meisner offiziell den katholischen Kirchengemeindeverband Dormagen-Nord. Zu ihm gehören die Gemeinden St. Pankratius Nievenheim, St. Gabriel Delrath, St. Aloysius Stürzelberg, St. Agatha Straberg, St. Josef Delhoven und St. Odilia, Gohr. Die Pfarreien in diesem Seelsorgebereich wollen in Zukunft noch enger zusammenarbeiten.

„Gleichzeitig ist sie aus ganz ehrlichen Materialien hergestellt und von eleganter Schlichtheit.“ Die Backsteinmauern seien wie in vielen berühmten Kirchen in Italien, aber auch in Norddeutschland nicht verkleidet, das Holzdach werde von einem einfach Säulenkonstruktion aus Beton getragen.

Nicht nur die Form der Kirche, sondern auch ihre Erstausstattung rechtfertige den Denkmal-Status, meint Vossebrecher. So sind Steinaltar, Tabernakel, ein bronzenes Zelebrationskreuz und sechs Bronzeleuchter frühe Arbeiten des inzwischen über Deutschland hinaus berühmten Bildhauers Professor Elmar Hillebrand.

Die Lesepulte stammen aus der Werkstatt von Hillebrand. „Diese Stücke sind sehr wertvoll und geben dem Kirchenraum neben der besonderen Architektur eine ganz spezielle Atmosphäre, die jeder Gottesdienstbesucher spürt“, so Vossebrecher. So sei es kein Wunder, dass St. Gabriel am Sonntag immer brechend voll sei.

Für Pfarrer Klaus Koltermann soll der Denkmalschutz für die Delrather Kirche auch ein Symbol sein. „Vier Kirchen aus unserem Seelsrogebereich Nord stehen bereits unter Denkmalschutz“, sagt der Pfarrer. Dem Kirchenvorstand von St. Gabriel sei es wichtig gewesen zu signalisieren, dass St. Gabriel im Vergleich zu den anderen Kirchen auch weiterhin ein gleichwertiger Standort im Seelsorgebereich sein werde.

Mit dem Sparprogramm „Zukunft heute“ habe die Entscheidung zunächst nichts zu tun. Das Erzbistum Köln habe gefordert, Versammlungsflächen in den einzelnen Pfarrbezirken zu reduzieren. Die Schließung von Kirchen sei zumindest bislang kein Thema.

Quelle: NGZ


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