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Dormagen: Bayer investiert 150 Millionen

VON CHRIS STOFFELS - zuletzt aktualisiert: 01.03.2010 - 21:30

Dormagen (NGZ). Bayer Material Science (BMS) hält an einer 150-Millionen-Euro-Investition für eine neue TDI-Anlage zur Kunststoffproduktion im Chempark Dormagen fest. Höchste Sicherheitsanforderungen werden eingebaut.

Der Chempark Dormagen wird zum weltweiten TDI-Kompetenzentrum. Dieses Ziel hat an Nachhaltigkeit gewonnen. Bereits im kommenden Monat sollen bei einem Scoping- Termin aller Beteiligten bei der Bezirksregierung. "Das ist der Beginn des Genehmigungsverfahrens", berichtet Dieter Kuhne, Leiter der TDI-Produktion bei Bayer Material Science in Dormagen.

Für Chempark-Leiter Dr. Walter Leidinger bedeutet diese Investition von insgesamt 150 Millionen Euro einen "Meilenstein" in der Entwicklung des Chemparks. "Diese Anlagen wird weitere Investitionen nach sich ziehen", so Leidinger. Interessant wir der heimische Chempark vor allem für Unternehmen, die auf Salzsäure angewiesen wird. "Darin steckt ein großes Geschäft", so Kuhne. Bei einer Jahresproduktion von 300 000 Tonnen TDI entstehen etwa 270 000 Tonnen Salzsäure. Ein Drittel wird zurückgeführt in die Anlage, zwei Drittel wird verkauft für eine breite Anwendung von der Wassseraufbereitung bis zum Streusalz, von der Pharma- bis zur Metallindustrie. Der Rest wird nach der Umwandlung nzu Kochsalz in den Rhein geleitet. Leidinger: "Wir schöpfen unsere Kontingente dabei nicht aus."

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Kunststoff-Vorprodukt

TDI ist ein wichtiges Vorprodukt für Polyurethane-Weichschäume. in der Kunststoffindustrie. Die Anwendung reicht von der Matratze bis zum Autohimmel oder -sitz und vielfältigen Funktionen in der Möbelindustrie, bei Schutzverpackungen im Sport- und Freizeitbereich.

Die neue Anlage basiert auf jener Technologie, die in der Dormagener Pilotanlage seit 2004 getestet, und die zurzeit in einer Großanlage in Shanghai umgesetzt wird. BMS wird dann nur noch drei Anlagen weltweit betreiben: Dormagen, Shanghai und eine in den USA. Weltweites Kompetenzzentrum wird Dormagen.

Kuhne nennt drei Vorteile gegenüber der herkömmlichen Technologie. "Der Energiebedarf wird um die Hälfte reduziert, Lösungsmittel werden zu 80 Prozent eingespart und die CO 2 Ausstoß wird um 60 000 Tonnen jährlich verringert, das entspricht dem Ausstoß von 3000 Autos bei 20 000 Kilometern."

Bei der TDI-Produktion hat laut Leidinger und Kuhne die Sicherheit höchste Priorität. Schließlich wird mit Stoffen wie Phosgen und Salzsäure gearbeitet. Kuhne: "Die Produktionsanlage wird "eingehaust". Das Haus wird mit Sensoren ausgestattet, die bei dem kleinsten Phosgen-Austritt anspringen, das Phosgen absaugen, die Anlage stilllegen und das Gas neutralisieren.

Auch bei der Salzsäure gelten höchste Sicherheitsstandards. Laut Kuhne sind in der TDI-Produktion keine gravierenden Ereignisse in Dormagen bekannt. Ein weiterer entscheidender Faktor für die Ansiedlung in Dormagen: Bis auf CO 2 sind alle Rohstoffe im Chempark im ausreichenden Maße vorhanden.

Quelle: NGZ


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