Dormagen (NGZ). Während sich Tausende zum Planschvergnügen in den Straberger See stürzen, müssen die Jungs und Mädchen von der DLRG aufpassen, dass niemand in Seenot gerät. Die NGZ hat die Lebensretter bei einem Einsatz begleitet.
Wie an einem Filmset sieht es nicht aus. Vorurteile gibt's trotzdem: ",Die wollen doch nur Fernsehstars werden' sagt immer wieder irgendwer", erzählt Rettungsschwimmer Jan Bronischewski, während sein aufmerksamer Blick über den Straberger See schweift. Und zugegeben, die rote Rettungsboje, die nur wenige Meter entfernt von ihm im Sand liegt, erinnert unweigerlich an Baywatch, an die wohl populärsten Rettungsschwimmer dieser Welt. "Wir machen unsere Aufgabe hier auch ohne gutes Aussehen und knappe Badebekleidung", stellt Jan Bronischewski sofort klar. "Und wir werden trotzdem akzeptiert und respektiert." Natürlich. Denn die Hauptaufgabe der Rettungsschwimmer der DLRG am Straberger See ist es, Leben zu retten und Leben zu schützen.
Straberger See
Am vergangenen Sonntag wurde am Straberger See der Besucherrekord aus dem Jahr 2009 eingestellt. 2428 Badegäste waren zum Schwimmen und Entspannen an dem beliebten See gekommen.
Die Badesaison am "Strabi" geht noch bis zum 31. August. Bei gutem Wetter ist täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet.
Jan Bronischewski arbeitet schon seit fünf Jahren bei der DLRG in Dormagen und ist nicht nur ehrenamtlicher Rettungshelfer, sondern gleichzeitig Sanitäter, Ausbilder und spezialisierter Strömungsretter. Vor kurzem hat er in Österreich eine weitere zusätzliche Ausbildung zum Wildwasserretter absolviert. "Als großer Wasserfreund suche ich mir immer neue Herausforderungen. Ohne meine große Leidenschaft für die DLRG würde das gar nicht gehen," so der 18-Jährige. "Es macht einfach Spaß. Wir verbringen den Tag bei schönem Wetter und in einem coolen Team am Wasser. Und meine Freundin habe ich hier auch kennen gelernt," fasst Jan die angenehme Arbeitsatmosphäre zusammen.
Doch neben all der guten Laune darf man die Ernsthaftigkeit seiner Aufgaben nicht vergessen. Zwar gab es für Jan und seine Kollegen in diesem Jahr bisher keine wirklichen Notfälle und die Jungs kümmerten sich bislang eher um Tierstiche, Schnittwunden und erschöpfte Schwimmer. Aber so war es nicht immer. "Letzten Sommer habe ich beinahe einen Ertrinkungsunfall miterlebt. Ein kleiner Junge war zu lange im kalten Wasser gewesen und seine Muskeln hatten sich völlig versteift.
Ich haber nur laute Rufe gehört und bin selber sofort mit der Boje rein gesprungen und zu dem hilflosen Jungen geschwommen", erinnert sich Jan an seine Rettungsaktion zurück. "Da ist mir blitzartig wieder klar geworden, wofür wir eigentlich wirklich da sind." Und selbst wenn der Ernstfall selten eintritt, im Fall der Fälle muss alles reibungslos klappen. "Vor allem ruhig bleiben müssen wir unbedingt. Wir trainieren so viel, dass Gelernte muss eigentlich nur abgerufen werden."
Neben regelmäßigen Übungen am Rhein und im Schwimmbad, wird auch am Straberger See fleißig trainiert. "Wir üben regelmäßig einen Bojenalarm. Auf ein Startzeichen geht es darum, wer mit den roten Rettungsbojen am schnellsten die silberne Boje auf dem See erreicht."
Viele Besucher sind am heutigen Freitag nicht an den beliebten See gekommen. "Vor drei Tagen hatten wir hier fast 2500 Badegäste. Heute ist es einfach zu windig," erklärt Bronischewski. Sein Kollege Tobias Alef fügt lachend hinzu: "Fehlen nur noch die Möwen, dann haben wir hier Zustände wie an der Nordsee."
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