Dormagen (NGZ). Horrem Eine Baustelle im Baugebiet „Nördliches Malerviertel“: Bauarbeiter gießen die Betondecke fürs erste Obergeschoss des Wohnhauses. Plötzlich bricht der Vorbau eines Balkons, zwei Arbeiter stürzen rund fünf Meter in die Tiefe und werden unter der ebenfalls herabstürzenden Betonplatte begraben. Die Männer aus Bad Salzuflen sind unter dem zwei Tonnen schweren, vier mal zwei Meter großen Teil eingeklemmt.
„Zum Glück lag die Platte so in der Baugrube, dass die Männer darunter noch etwas Platz hatten“, erläutert Gerd Schneider, der Einsatzleiter der Feuerwehr Dormagen zu dem Einsatz am späten Freitag Nachmittag. An der Grube stehen andere Bauarbeiter, mancher der Umstehenden ist den Tränen nahe. Die ersten Feuerwehrkräfte rücken an. Schnell ist klar, dass die Rettung schwierig wird. Der Einsatzleiter fordert einen Baustatiker und den Rüstzug der Berufsfeuerwehr Köln mit dem Feuerwehrkran sowie weiteres Spezialgerät an. „Die beiden Männer waren im Schockzustand, aber durch eine Öffnung ansprechbar“, schildert Gerd Gleich.
Immer mehr Feuerwehrfahrzeuge halten an der Einsatzstelle, neben der Hauptamtlichen Wache und den Löschzügen Stadtmitte und Straberg werden der Notarzt und zwei Rettungswagen alarmiert, außerdem Rettungshubschrauber „Christoph 3“. An der Grube sind die Rettungsarbeiten im Gange. „Die Betonplatte wurde mit Holz unterbaut. Mit pneumatischen Hebekissen und einem Autokran haben wir ganz langsam die Platte angehoben.“ Feuerwehrleute schieben vorsichtig weitere Hölzer unter den Beton - „das war Zentimeterarbeit“, berichtet Gerd Gleich.
Von der Seite reden Rettungskräfte zu den Verletzten. Noch sind zahlreiche Muniereisen im Weg, müssen durchtrennt werden. Dann - nach etwa 45 sehr lang erscheinenden Minuten - können die beiden Männer, ein 36-Jähriger und ein rund 55-Jähriger, mit Schaufeltragen aus der Grube gerettet werden. Der Notarzt stellt fest, dass für beide keine Lebensgefahr besteht. Die Verletzten werden ins Kreiskrankenhaus in Hackenbroich und in die Uni-Klinik in Düsseldorf gebracht. Der Kölner Feuerwehrkran braucht nicht mehr eingesetzt zu werden.
Die Ursache, warum die Betonplatte abbrach, war nach Auskunft der Polizei am Sonntag noch unklar. Am Freitag gegen 18 Uhr gab ein Baustatiker die Baustelle im nördlichen Malerviertel wieder frei. Nach dem erfolgreichen Rettungseinsatz lobte die Freiwillige Feuerwehr Dormagen, die mit 35 Einsatzkräften und 15 Fahrzeugen vor Ort war, die gute Zusammenarbeit mit Polizei und allen Hilfsorganisationen.
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