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Dormagen: Bibliothek ändert Gebühren

VON STEFAN BARTELS - zuletzt aktualisiert: 13.09.2012
Die Attraktivität der Stadtbibliothek steigern: Leiterin Claudia Schmidt (l.) und ihre Mitarbeiter wollen mehr Menschen als regelmäßige Nutzer gewinnen.  Foto:  Hans Jazyk
Die Attraktivität der Stadtbibliothek steigern: Leiterin Claudia Schmidt (l.) und ihre Mitarbeiter wollen mehr Menschen als regelmäßige Nutzer gewinnen. Foto: Hans Jazyk

Dormagen (NGZ). Die Ausleihe älterer audiovisueller Medien wie CDs, DVDs und Hörbücher soll wieder kostenlos werden. Damit korrigiert die Stadtbibliothek eine Entscheidung, die zu einem deutlichen Rückgang der Nutzer geführt hatte.

Die Zeit, zu der in der Bibliothek ausschließlich Literatur über den Tresen ging, ist lange vorbei. In den Regalen stehen inzwischen Musik-CDs, Hörbücher, Filme auf DVDs und Videospiele für gängige Konsolen. Rund 10 000 dieser audiovisuellen Medien hat die Stadtbibliothek Dormagen im Bestand. Insbesondere die Neuerwerbungen, die sogenannten Bestseller, seien stark nachgefragt, berichtet die Leiterin der Bibliothek, Claudia Schmidt.

Ältere Filme und Tonträger bleiben dagegen eher im Regal stehen. Wohl auch, weil deren Ausleihe Geld kostet. Doch das soll sich nun ändern: Die Ausleihe älterer audiovisueller Medien soll zum Jahresende beziehungsweise zu Beginn des kommenden Jahres wieder kostenlos sein. Für Neuerwerbungen und Bestseller sollen hingegen weiterhin Gebühren erhoben werden, kündigt Schmidt an. Der städtische Kulturausschuss hat in der vergangenen Woche eine Änderung der Gebührenordnung bereits einstimmig verabschiedet, der entsprechend notwendige Ratsbeschluss wird erwartet.

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Die Stadtbibliothek

Kontakt Marktplatz 1, Tel. 02133 257212

Öffnungszeiten montags 10 bis 18 Uhr, dienstags 10 bis 20 Uhr, mittwochs geschlossen, donnerstags 14 bis 20 Uhr, freitags 10 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 14 Uhr

Jahresbeitrag Erwachsene zahlen zwölf Euro, Familien 20 Euro; Kinder bis 17 Jahre kostenlos

Mit der Änderung korrigiert die Stadtbibliothek eine frühere Entscheidung. Die Einführung von Ausleihgebühren für ältere audiovisuelle Medien zum 1. Januar 2011 hatte zu einem erheblichen Rückgang der Bibliotheksnutzer geführt. Nach Angaben von Schmidt waren Ende Juni dieses Jahres 3500 Menschen angemeldet. Zum 31. Dezember 2010 – also vor der Einführung von Ausleihgebühren für ältere audiovisuelle Medien – waren es noch 4900. "Unser Ziel ist es, diese Marke wieder zu erreichen oder bestenfalls zu übertreffen", sagt Schmidt, die den Rückgang der angemeldeten Nutzer in direkter Verbindung mit der Gebührenerhöhung sieht: "Da gab es deutliche Rückmeldungen." Zahlreiche Menschen kritisierten das Vorgehen, beschwerten sich in Briefen oder kündigten ihre Mitgliedschaft.

Zukünftig wird die einwöchige Ausleihe neu erschienener CDs, DVDs und Hörbücher einen Euro kosten, Videospiele für Konsolen zwei Euro. "Damit liegen wir deutlich unter den Preisen von Videotheken, die ein ähnliches Angebot haben", betont Schmidt. Ältere audiovisuelle Medien (Ausleihe bislang zwei Wochen für einen Euro) sind dann wieder kostenlos. Schmidt: "Wir wollen die Gebührenstruktur nicht unnötig verkomplizieren."

Grundsätzlich will die Leiterin der Stadtbibliothek die Attraktivität ihrer Einrichtung steigern. Im kommenden Jahr sollen elektronische Bücher eingeführt werden. Außerdem will Schmidt nach Möglichkeit mehr neue Medien anschaffen. Von den Ausleihgebühren darf die Bibliothek 80 Prozent behalten, der Rest fließt in die Stadtkasse.

Quelle: NGZ/rl


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