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Dormagen: Bürger gegen Baupläne

VON JENS KRÜGER - zuletzt aktualisiert: 04.02.2012

Dormagen (NGZ). Stürzelberger Bürger stemmen sich gegen Pläne, für die Gärten der Häuser zwischen Feld- und Schulstraße Baurecht zu schaffen. Sie fühlen sich von der Verwaltung überrumpelt. Der Planungsausschuss hat erste Schritte eingeleitet.

Mit den Protesten zahlreicher Stürzelberger Bürger musste sich der Planungsausschuss auseinandersetzen. Sie sind gegen eine Innenverdichtung des Bereichs Feld- und Schulstraße.  Foto:  h. jazyk
Mit den Protesten zahlreicher Stürzelberger Bürger musste sich der Planungsausschuss auseinandersetzen. Sie sind gegen eine Innenverdichtung des Bereichs Feld- und Schulstraße. Foto: h. jazyk

Heftig diskutiert wurde im Planungsausschuss die Bedeutung von rot und grün, genauer gesagt: die Farbcodierung einer Karte. Die Skizze "BP 347" soll das Abstimmungsergebnis einer Bürgerbefragung zur möglichen Innenverdichtung des Areals Feld- und Schulstraße wiedergeben – und stößt einigen Stürzelbergern sauer auf. Die Verwaltung hatte "Kritiker" eines möglichen Häuserbaus – wo jetzt Gärten sind – auf der Karte mit rot gekennzeichnet, "Befürworter" und "Neutrale" mit grün.

Aus Sicht der Bürger ist dies eine Verzerrung des Stimmungsbilds. "Warum sind die Neutralen mit grün gekennzeichnet worden?", wollte ein Bürger wissen. Immerhin hätten sich 64 Prozent gegen eine Verdichtung ausgesprochen, 26 Prozent nur dafür. Die Karten erwecke nun den Eindruck, dass viele Bürger für die Bebauung seien.

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Pläne in Stürzelberg

Beschluss Die Verwaltung will mit drei Planungskritikern im Plangebiet entlang der Feldstraße lösungsorientierte Einzelgespräche führen.

Begründung Aufgrund der geringen Bebauungsdichte bestand im Ergebnis einer Untersuchung die Forderung im Ortskern Bebauungsmöglichkeiten zu schaffen.

Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann verteidigte die farbliche Darstellung als Geschmackssache. Das hingegen empfindet SPD-Fraktionsvize Nils Szuka ganz anders. Er sehe die Innenverdichtung zwar insgesamt positiv. Doch auch er, Szuka, kritisiere, dass die Stadt "keine vernünftige Darstellung" gewählt habe. Außerdem sprach er von einer "modernen Form eines Prangers", wenn aus der Karte ersichtlich werde, welche Anwohner wie abgestimmt habe. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende bemängelte zudem, dass die Politik erst im Nachhinein von der Befragung erfahren habe.

CDU-Stadtrat René Schneider verteidigte die Vorgehensweise der Verwaltung: "Wir kommen um die Innenraumverdichtung nicht herum." Er gab zu bedenken, dass die Bürger auch an künftige Generationen denken sollten. Und: "Es bleibt doch immer noch viel grün übrig." Auch FDP-Fraktionschef Karlheinz Meyer ("wir sind für eine Nachverdichtung") und Norbert Dahmen (CDU) stützten die Verwaltung. Dahmen meinte: "Selbst wenn wir den Bebauungsplan beschließen, heißt das nicht, dass Morgen gebaut wird." Stadtplaner Gregor Nachtwey erklärte aus Sicht der Stadt, warum die Innenverdichtung wichtig ist: "Soziale und technische Strukturen können gestärkt werden." Bürgermeister Hoffmann verwies außerdem darauf, dass an die Stadt auch zahlreiche Bebauungswünsche herangetragen worden seien. Der Bürgermeister meinte, dass auch Teillösungen denkbar wären. Die Innenverdichtung werde zudem von der Landesplanung gefordert.

Am Ende folgte der Planungsausschuss der Beschlussvorlage der Verwaltung.

Quelle: NGZ


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