Dormagen (NGZ). Vom 24. September 1934 bis zum 9. November 1935 war Josef Eger Amtsbürgermeister in Dormagen. Der Parteilose fiel in Lobberich als Alkoholiker negativ auf und wurde später mit Einverständnis der NSDAP in Dormagen abberufen.
Zur Zeit als Josef Eger Bürgermeister wurde, entstand an der Langemarckstraße die erste große Schule Dormagens des 20. Jahrhunderts. Sie diente als Ersatz der Dorfschule neben dem Historischen Rathaus. Zudem fiel die Genehmigung des Dormagener Stadtwappens mit dem drachentötenden St. Michael in Egers Amtszeit. Dafür hatten seine Amtsvorgänger lange kämpfen müssen.
Am 27. September 1934 wird Josef Eger Amtsbürgermeister in Dormagen und damit Nachfolger von Josef Schönenbrücher. Zuvor war er als Bürgermeister von Lobberich im April 1933 beurlaubt worden. Gegen Eger lief ein Dienststrafverfahren. Am Ende erhielt er einen Verweis. Eger soll sich in einer "ganzen Reihe von Fällen in so hohem Maße dem Alkoholmissbrauch ergeben haben, dass sein Ansehen als Bürgermeister dadurch stark beeinträchtigt wurde", lässt die Dienststrafkammer der Regierung Düsseldorf verlauten. Am 16. August 1933 schreibt der Gaustabsleiter der NSDAP an den Regierungspräsidenten, er möge die Pensionierung Egers zurückstellen. Angesichts der Machtverhältnisse bedeutete dies eine Anweisung, der sich der Regierungspräsident fügen musste.
Bürgermeister-Historie
In einer Historien-Serie stellt die NGZ die Bürgermeister der Bürgermeisterei, des späteren Amtes und der heutigen Stadt Dormagen ab dem Jahre 1910 vor:
1910-1924 Peter Krisinger 1924-1934 Josef Schönenbrücher 1934-1935 Josef Eger 1935-1945 Wilhelm Möllers 1945-1945 Michael Fischer 1946-1946 Johann Kaiser 1946-1948 Johann Gassen 1948-1952 Dr. Walter Meskat 1952-1964 Dr. Franz Gerstner 1964-1979 Dr. Gustav Geldmacher 1979-1979 Peter-Olaf Hoffmann 1979-1987 Jürgen Alef 1987-1989 Peter-Olaf Hoffmann 1989-1999 Heinz Hilgers 1999-2004 Reinhard Hauschild 2004-2009 Heinz Hilgers seit 2009 Peter-Olaf Hoffmann
Später wird Eger zunächst kommissarischer Leiter der Verwaltung in Dormagen. Er ist erst kurze Zeit Bürgermeister, als die NSDAP-Gauleitung am 29. Dezember 1934 Bedenken zu Eger äußert. Im Oktober 1935 wendet sich der Landrat an den Regierungspräsidenten: "Da mir nun gemäß der ersten Anweisung zur Ausführung der deutschen Gemeindeordnung... zur Pflicht gemacht wird, die Amtsführung der Bürgermeister im ersten Amtsjahr besonders sorgfältig zu überwachen, hatte ich mich dieserhalb mit dem Kreisleiter Börger in Neuss als Beauftragen der NSDAP ins Benehmen gesetzt. Von diesem wurde mir nun in den letzten Tagen den Bürgermeister Eger schwer belastendes Material überlassen." Demnach sei Egers Vertrauen zur Partei erschüttert. Der Landrat vermutet eine Abberufung. Im Oktober 1935 bat Eger daraufhin selbst um seine Versetzung in den Ruhestand. Er war wie sein Vorgänger Schönenbrücher parteilos, was nicht noch einmal vorkommen sollte.
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