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Dormagen: Das Gaslager und die A 57

VON CHRIS STOFFELS - zuletzt aktualisiert: 27.01.2009 - 21:30

Dormagen (NGZ). Der geplante Autobahn-Anschluss Delrath steht auf der Kippe. Ein Sicherheitsexperte soll ein Gutachten über die Sicherheit des GHC-Gaslagers erarbeiten. Gibt es keine Lösung, gibt es auch keinen Anschluss.

Blick von der Autobahn 57 in Höhe der geplanten Anschlussstelle der A 57 auf das Industriegebiet in Delrath und St.Peter. Ein dort arbeitendes Unternehmen, das Gase lagert und umschlägt bereitet den Planern jetzt Probleme.  Foto:  Archiv
Blick von der Autobahn 57 in Höhe der geplanten Anschlussstelle der A 57 auf das Industriegebiet in Delrath und St.Peter. Ein dort arbeitendes Unternehmen, das Gase lagert und umschlägt bereitet den Planern jetzt Probleme. Foto: Archiv

Delrath Rund 110 Meter liegen zwischen der Autobahn 57 und dem Unternehmen GHC (Gerling, Holz & Co.). Das Besondere: GHC ist einer der deutschlandweit führenden Unternehmen im Spezialhandel mit Gasen und unterhält im Gewerbegebiet Delrath ein großes Gaslager.

Bislang hat die Nähe zur Autobahn niemanden gestört. Offenbar war die Gefahrenlage niemand aufgefallen. Jetzt aber wird es ernst. Die geplante Anschlussstelle Delrath liegt nur rund 100 Meter entfernt. „Zu wenig“, entschied die Bezirksregierung als schon fast alles geplant war.

Die Lage schien ausweglos. In Frage kam zwar eine Verschiebung des Anschlusses um mehr als 400 Meter. Ursprünglich hatte die Bezirksregierung sogar einen Abstand von 700 Metern gefordert. Doch Helmut Lenzen, Leiter des Tiefbauamtes des Rhein-Kreises Neuss, winkt ab: „Das ist technisch nicht machbar, wir kommen dann zu nahe an die nächste Anschlussstelle.“

Eine ursprünglich vorgesehene Verschiebung um 70 Meter im so genannten „Deckblattverfahren“ - alle eingezeichneten Objekte werden um 70 Meter verschoben - steht nicht mehr zur Debatte. Sicherheitsbedenken.

Ein Behördentermin vor wenigen Tagen soll jetzt eine Lösung bringen. Kreisdirektor Hans-Jürger Petrauschke, der mit Lenzen zusammen den Rhein-Kreis Neuss vertrat, sagt auf Anfrage der NGZ: „Wir sehen nur eine Möglichkeit, wenn von dem Unternehmen keine Gefährdung ausgeht.“

Im Mittelpunkt dabei: GHC. Petrauschke: „Ein Sicherheitsexperte soll nach Lösungen suchen, ob und wie das Gefahrenpotenzial des Unternehmens deutlich gesenkt werden kann.“ In Frage kommen vor allem technische Einrichtungen. Gehandelt wird bei GHC mit Gasen aller Art, darunter für den Menschen gefährliche, leicht entzündliche und hoch explosive.

Nach Schätzungen von Helmut Lenzen wird das Gutachten erst in rund vier bis sechs Monaten vorliegen. Es sei eine Pionierarbeit. „Hierbei handelt es sich landesweit um einen Präzedenzfall.“

Quelle: NGZ


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