Dormagen (NGZ). Dormagen Handwerk und Feuerwehr. Zwei Dinge, die für Siegfried Rohde (50) aus Delhoven eng zusammengehören. „Die Handwerker stellen einen großen Teil der Freiwilligen Feuerwehr.“ Das wird bei der Stadt mit Wohlwollen gesehen, das Handwerk ist eine sichere Bank für die Wehr.
Doch für den Obermeister der Bau-Innung im Rhein-Kreis Neuss und Geschäftsführer der Adolf Rohde Bauunternehmung in Hackenbroich droht das Verhältnis recht einseitig zu werden. Rohde gegenüber der NGZ: „Wenn die Stadt ein neues Feuerwehrgerätehaus baut wie jetzt in Rheinfeld, kommen Handwerker aus dem Ort, die einen großen Teil der Wehr stellen, nicht zum Zuge.“ So baut das Unternehmen Thönessen aus Kleve als Generalunternehmer das 1,5 Millionen-Euro-Bauwerk in Rheinfeld.
Ein Vorwurf, den Bernd Blochwitz nicht auf sich sitzen lässt. Der Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung war für die Ausschreibung des Feuerwehrgerätehauses zuständig: „Die Firma Rohde hätte sich ja an der Ausschreibung beteiligen können“, sagt er.
Rohde Bau
Das Bauunternehmen Rohde mit Sitz in Hackenbroich wurde 1967 von Adolf Rohde gegründet und wird heute von den drei Söhnen Siegfried, Günther und Erwin mit 70 Mitarbeitern fortgesetzt. Gearbeitet wird in dem Dreieck Köln, Düsseldorf, Mönchengladbach.
Im Zweifel bei gleichwertigen Angeboten hätte der örtliche Bewerber gute Chancen, so Blochwitz. Rohde: „Wir machen mit unserem Unternehmen ausschließlich Rohbau-Fertigstellung und arbeiten nur im Ausnahmefall als Generalunternehmer.“ Das dürfe nicht den Ausschlag geben.
Gerade diese Ausschreibung an Generalunternehmer bedeute praktisch einen Ausschluss Dormagener Unternehmen. „Solche Aufträge sind für die meisten Firmen zu groß, binden über eine lange Zeit Kapital und Arbeitskräfte, das können wir nicht leisten.“ Sein Vorschlag: Die Gewerke einzeln vergeben, „dann haben wir Chancen“.
Rohde: „Die Generalunternehmer erheben bei allen einzelnen Aufträgen einen Aufschlag. Dadurch wird der Preis in die Höhe getrieben.“ Blochwitz dagegen sieht vor allem die Vorteile: „Wir haben nur einen Ansprechpartner, wenn etwas schief läuft, brauchen die einzelnen Gewerke nicht zu überwachen und können den Preis besser im Auge behalten.“
Ein Mittelweg könnte eine Stückelung der Gewerke unter jeweils 150 000 Euro sein, die dann sogar eine auf wenige Firmen beschränkte oder bei noch kleineren Losen sogar eine freihändige Vergabe möglich mache, bei der dann auch die lokalen Handwerker und kleineren Betriebe eine Chance haben. Rohde sieht das als Beitrag zur Unternehmens- und Arbeitsplatzsicherung.
„Wenn es brennt, stellen wir eine ganze Reihe unserer Mitarbeiter frei, um zum Einsatz zu kommen“, sagt Siegfried Rohde, der ehrenamtlich Hauptbrandmeister des Löschzugs Delhoven der Freiwilligen Feuerwehr ist. Übungsdienste, Ausbildung der anderen Wehrleute, Weiterbildung kosten Stunden. Und dann rechnet Siegfried Rohde mit rund zehn Einsätzen im Monat, die Zeit kosten, für die die Arbeit unterbrochen wird.
Der Delhovener Löschzug besetzt den Einsatzleitwagen, und der muss bei jeder größeren Alarmierung vor Ort sein. Rohde will für dieses Ehrenamt „nichts fordern“, aber die Stadt könnte dem Handwerk und Dienstleistern vor Ort mehr entgegenkommen.
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