Dormagen (NGZ). Die marode Fassade muss saniert werden, bei den Hundeausläufen besteht Bedarf, und auch ein neues Auto muss her: Der Tierschutzverein Dormagen hat sich für die kommenden Monate viel vorgenommen.
Hackenbroich Die Kaninchen wirken noch etwas geschafft. Nach dem Baden müssen sie erst einmal wieder zu sich kommen. "Wir haben auf einen Schlag elf neue Tiere dazu bekommen", sagt Heinz-Karl Rehbein (65), Vorsitzender des Tierschutzvereins Dormagen, der das Tierheim an der Bergiusstraße in Hackenbroich betreibt. Die Angst vor möglichen Infektionen macht das ungewohnte Bad für die putzigen Kaninchen zur Notwendigkeit. Denn sollte es zum Ausbruch einer Infektion kommen, entstünden durch die dadurch erforderlichen Maßnahmen schnell Kosten in mehrstelliger Höhe – so wie im vergangenen Jahr.
Die Auslagen – rund 9500 Euro – sind auf der Liste mit Sonderposten und Investitionen vermerkt, die Rehbein kürzlich zusammengestellt hat. Für das laufende Jahr ist neben dem Kauf eines neuen Autos die Sanierung der Fassade ein Hauptanliegen. Der charakteristische rote Anstrich hat hässliche schwarze Flecken bekommen. "Schimmel", sagt Rehbein. Mit einem neuen Farbauftrag allein sei es deshalb nicht getan. Auch die darunter liegende Dämmung muss erneuert werden. "Der Voranschlag liegt bei 20 000 Euro." Eine weitere größere Investition betrifft den Wintergarten, in dem sich insbesondere Kleintiere wohlfühlen könnten, wenn der Vorbau denn passend hergerichtet wäre. Im vergangenen Jahr war in die Katzenunterkünfte investiert worden, auch im Hunde-Außenbereich müsste etwas getan werden, die Liste weist hierfür 8000 Euro aus.
Bei einem Gespräch mit dem seit gut einem Jahr amtierenden Vorsitzenden des Tierschutzvereins wird schnell deutlich, dass sich da einiges zusammenläppert. Herausforderungen, denen Rehbein sich stellt. Er wirkt optimistisch, und man merkt dem Pulheimer die Begeisterung an, mit der er sich seinen ehrenamtlichen Aufgaben stellt. Dazu gehört nicht zuletzt, Spenden zu akquirieren. Sie geben Handlungsspielraum. Weitere Einkünfte bilden die Unterstützung durch die Stadt Dormagen, die Mitgliedsbeiträge der rund 470 Vereinsmitglieder sowie die Vermittlung der Tiere. Die Kooperation mit Pulheim sieht vor, dass hier pro entgegengenommenem Tier abgerechnet wird.
"Die Aufenthaltsdauer der Tiere bei uns ist ganz unterschiedlich", sagt Rehbein. Ein Hund sei durchschnittlich zehn Tage im Heim, bevor sich sein Besitzer meldet oder er wieder vermittelt werden kann. Letzteres übrigens nicht um jeden Preis: Sollte sich beispielsweise herausstellen, dass es das Tier in seinem neuen Umfeld nicht gut angetroffen hat, scheuen sich die Tierschützer nicht, die Kreatur im Zweifelsfall wieder bei sich aufzunehmen. Rehbein: "Wir setzen auf Nachhaltigkeit."
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