Dormagen (NGZ). Dormagen Stell Dir vor, es ist Demonstration - und keiner geht hin. So ähnlich reagieren die Dormagener auf den Aufruf zu einer Demonstration der rechtspopulistischen Bürgerbewegung „Pro NRW“. Für den 8. Mai hat die Bewegung zu einer „öffentlichen Versammlung“ zwischen 16 und 19 Uhr auf der Kölner Straße vor dem historischen Rathaus aufgerufen.
Der 8. Mai ist der Tag, an dem die Welt des Endes des Zweiten Weltkriegs gedenkt. Unter den Rednern sind der Stellvertretende Pro NRW-Landesvorsitzende Daniel Schöppe aus Nievenheim und der Kölner Manfred Rouhs, bekannt durch seine Hetze gegen den Kölner Moschee-Bau, aber auch Vertreter der Ultra-Rechten aus Belgien und Frankreich.
Anlass der Versammlung, zu der die Veranstalter 100 Teilnehmer erwarten, ist der so genannte „Anti-Islamisierungskongress 2009“ in Köln. Der erste Versuch eines solchen Kongresses war im vergangenen Jahr am Widerstand der Kölner in einem Chaos gescheitert.
Die Dormagener wehren sich mit ungewöhnlichen Methoden gegen den Aufmarsch der Rechten: Sie werden die Stadt für den Demo-Zeitraum aussterben lassen. In einer Blitzaktion hat Bürgermeister Heinz Hilgers gestern ein Rahmenprogramm zusammengestellt. Das Ziel: „Wir werden aktiv dafür sorgen, dass möglichst wenig Menschen in der Innenstadt sind.“
Im Klartext: Die Geschäfte schließen - Werbegemeinschaft Stadt Dormagen (WSD), Rathaus-Galerie und Ring-Center haben schon zugestimmt. In der kritischen Zone vor dem alten Rathaus werden die Schaufenster aus Sicherheitsgründen mit Brettern vernagelt. Die Parkhäuser bleiben dicht, die Gaststätten in der Innenstadt sollen schließen, die Banken haben zu.
Ein Kontrastprogramm zu dem, was sonst am späten Freitagnachmittag in der Stadt los ist. Hilgers: „Wichtig ist mir, dass diese Aktion als aktive Demonstration gegen Rechts verstanden wird, und nicht als ein passives Zurückweichen.“
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