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Erste Ratssitzung in Dormagen: Den Bürgern zuhören

VON CHRIS STOFFELS - zuletzt aktualisiert: 29.10.2009 - 22:03

Erste Ratssitzung in Dormagen (NGZO). Feierliche konstituierende Sitzung des Stadtrates zur achten Wahlperiode: Hans Sturm und Erik Lierenfeld wurden zu stellvertretenden Bürgermeistern gewählt. Geistliche Einstimmung der Pfarrer Stelten und Picht.

Das Spitzen-Trio des Dormagener Stadtrates: Hauptamtlicher Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann (M.) flankiert von erstem Stellvertreter Hans Sturm (CDU, l.) und Erik Lierenfeld (SPD). Sie wurden gestern Abend vereidigt.   Foto:  H.Jazyk
Das Spitzen-Trio des Dormagener Stadtrates: Hauptamtlicher Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann (M.) flankiert von erstem Stellvertreter Hans Sturm (CDU, l.) und Erik Lierenfeld (SPD). Sie wurden gestern Abend vereidigt. Foto: H.Jazyk

Es war, als habe er nie etwas anderes gemacht. Ruhig, besonnen, sachlich, aber freundlich, leitete der neue Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann (CDU) souverän seine erste Ratssitzung als hauptamtlicher Bürgermeister. Galant reichte er die Blumen, die Alterspräsidentin Margret Steiner ihm nach der Vereidigung überreicht hatte, an Gattin Bärbel weiter. Sie saß auf den Zuschauer-Sitzen. Es waren so viele Besucher zur konstituierenden Sitzung des achten Stadtrates gekommen, dass das Hausmeisterteam zusätzliche Stühle bereitstellen musste. Es herrschte eine feierliche und gesetzte Stimmung, viele Ratsherren waren in dunklen Anzügen gekommen, einige Ratsdamen trugen das Kleine Schwarze.

Info

Die Sitzordnung

Stärkste Fraktion im neuen Stadtrat ist die CDU mit 18 Sitzen, gefolgt von den Sozialdemokraten mit 12 Sitzen. Auf je drei Mandate kommen FDP, Grüne und Bürger für Dormagen. Zentrum und Pro NRW belegen je zwei Sitze, Knut Freitag von der Linkspartei ist Einzelkämpfer. Im Frühjahr wird der Rat ins neue Rathaus umziehen.

Mit Spannung erwartet wurde die geheime Wahl der stellvertretenden Bürgermeister. Die CDU hatte wieder ihren alten Kämpen Hans Sturm ins Rennen geschickt, die SPD den erst 23 Jahre alten Erik Lierenfeld (die NGZ berichtete). Die zweiköpfige Fraktion der rechtspopulistischen Gruppierung Pro NRW setze auf ihren Fraktionschef Daniel Schöppe. Er erhielt vermutlich die beiden Stimmen der Fraktion.

Erster Stellvertreter wurde Hans Sturm mit dem komfortablen Ergebnis von 26 Stimmen. Das bedeutet, dass über die 24-köpfige Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen hinaus zwei Stadtverordnete für Sturm stimmten. Lierenfeld vereinigte mit 13 Stimmen wahrscheinlich alle Stimmen der SPD auf sich, plus eine Stimme aus den anderen Oppositionsparteien. Sturm reichte das Bouquet weiter an Ehefrau Monika, Lierenfeld an Mama Karin. Persönlichen Noten im feierlichen Akt.

Der einzige Tagesordnungspunkt, der im Vorfeld heftig umstritten war, wurde aus formalen Gründen abgesetzt. Jamaika wollte zunächst die Feinabstimmung des Ausschreibungstextes abwarten, ehe über die Besetzung der Stelle eines Technischen Beigeordneten entschieden werde. CDU-Fraktionschef Wiljo Wimmer wunderte sich über die zuvor bekannt gewordene Ablehnung der SPD: "Es war in den vergangenen Jahren stets unumstritten, dass diese Stelle wieder besetzt wird." Sein SPD-Gegenüber Bernhard Schmitt ruderte ein wenig zurück: "Ich wollte die Stellenbesetzung in den Kontext mit der miserablen Haushaltslage stellen", so Schmitt, "diese Frage gehört in die Haushaltsberatungen." Die Debatte wurde auf die nächste Ratssitzung vertagt.

Zu dem angemessenen Auftakt der Ratsperiode trugen maßgeblich die denkwürdigen Worte der beiden Pfarrer Peter Stelten (katholisch) und Frank Picht (evangelisch) bei. Sie mahnten die Mitglieder des Rates auf ihre innere Stimme zu hören. Sie erinnerten an das Bibelwort "Höret alle Völker..., Gott hat mit Euch zu reden." Gerade die Politiker sollten den Sorgen, Nöten und Anregungen der Bürger zuhören. Der christliche Glaube gebiete es, insbesondere den Schutzbedürftigen in der Gesellschaft zu helfen und die Schöpfung, Natur und Umwelt zu achten. "Sie sind nicht dem Zeitgeist verpflichtet, sondern den Werten den Glaubens", so das Priesterwort. Stelten und Picht forderten bei den Politikern ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit ein: "Eine christlich orientierte Antwort auf das Zuhören."

Quelle: RP

 
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