Dormagen (NGZO). Nach langem Hin und Her wurde das Denkmal des Zonser Stadtgründers Friedrich von Saarwerden aufgestellt. Nicht auf einem Sockel, sondern „auf Augenhöhe“. Am Donnerstag wird es von Kardinal Meisner eingeweiht.
Friedrich von Saarwerden, geboren 1348; gestorben am 9. April 1414 in Bonn. Er verlieh Zons 1373 Stadtrechte. Der mächtige Kölner Erzbischof hatte den Zoll von Neuss mach Zons verlegt und der Zollfeste Bedeutung und Wohlstand verschafft. Er wurde in der Marienkapelle im Kölner Dom beigesetzt.
„Alles wird gut.“ Dieses Mantra dürften Karl Kress und die anderen Mitglieder des Vereins „Kultur- und Heimatfreunde Stadt Zons“ des Öfteren aufgesagt haben, während sie jahrelang um ein Denkmal des Zonser Stadtgründers Friedrich von Saarwerden kämpften. Seit Montag steht die 2,20 Meter große und 300 Kilogramm schwere Bronzefigur nun endlich vor der Zonser Marienkapelle – am Donnerstag wird sie vom Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner eingeweiht.
Seit Mitte der 90er Jahre wurde an einem Zonser Denkmal geplant, entworfen – und immer wieder verworfen. Erst konnte man sich nicht einigen, wer in Bronze gegossen werden soll: Der Stadtgründer und Kölner Erzbischof Friedrich von Saarwerden oder die Figur eines mittelalterlichen Zöllners. Der Kulturausschuss entschied sich für von Saarwerden. Dann gab es Streit über den Ort, an dem das Denkmal stehen soll – der markante Vorplatz des mächtigen Rheinturms war plötzlich nicht mehr das Gelbe vom Ei. Als dann schließlich doch die Entscheidung für diesen Standort fiel, stand plötzlich eine Laterne im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Sie sollte für das Denkmal weichen und versetzt werden, woraufhin es heftigen Protest und sogar Mahnwachen gab.
Der Entwurf von Künstler Herbert Labusga wurde wieder verworfen, dafür Bert Gerresheim engagiert. Der war Montag nun ganz begeistert und bewegt und erklärte: „Ich danke von ganzem Herzen dafür, dass ich das machen durfte, eine ganz besondere Aufgabe. Jetzt hoffe ich, dass sich etwas von dieser Aura vergegenwärtigt.“ 56 000 Euro hat das Vorhaben insgesamt gekostet, wobei der Verein betont, dass keinerlei öffentliche Gelder geflossen sind. Karl Kress stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, als die Bronzefigur endlich auf dem Platz angekommen war und sicher stand. „Die geradezu endlosen Diskussionen glichen einem Hindernislauf“, beschrieb er die letzten Jahre. „Wir hatten ja schon 1993 die Idee für das Denkmal. Seit dieser Zeit ist viel Wasser den Rhein hinuntergeflossen.“
Nun steht der Stadtgründer vor der Marienkapelle, „auf dem wichtigsten Platz in Zons“, wie Kress stolz hervorhebt. Und er steht nicht auf einem Sockel, sondern „auf Augenhöhe“, so Gerresheim. Die Stadterhebungsurkunde, die von Saarwerden in den Händen hält, ist fast lesbar. Und noch etwas Besonderes hat sich der Bildhauer ausgedacht: Die Krümme des Bischofsstabs vereint Friedrich von Saarwerden und Kardinal Meisner. „Ein Verweis auf die Weitergabe des Hirtenamtes“, sagt der Künstler.
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