Dormagen (NGZ). Arnold Gwodz stellt weiße Tauben für Anlässe wie Hochzeiten und Geburtstage zur Verfügung. Erst am Samstag stiegen seine gefiederten Freunde bei einer Feier am Kölner Dom auf.
Die Taube gilt seit Jahrhunderten als Friedenssymbol. Der pensionierte Rheinfelder Arnold Gwodz hält diese Wahrnehmung am Leben: Seit Anfang des Jahres stellt er "Friedenstauben" für Anlässe aller Art zur Verfügung. Besonders nachgefragt sind weiße Tauben. Sie werden gerne zu Hochzeiten aber auch zu anderen Gelegenheiten wie Taufen, Gründungsfeiern, Jubiläen oder Friedensveranstaltungen gebucht und von Gwodz als besonderer Höhepunkt fliegen gelassen.
Tauben gehören schon immer zum Leben des pensionierten Elektrikermeisters. Der 62-Jährige, der lange im Stördienst der ehemaligen Erdöl Chemie im heutigen Chempark Dormagen arbeitete, hatte durch seinen Großvater "von Kind an mit Tauben zu tun", sagt der gebürtige Zonser. In seinem Heimatort trat er in den Taubenzuchtverein "Rheinbote" ein. "Damals hatte ich mich auf Brieftauben spezialisiert. Die Idee, weiße Tauben zu züchten, kam von meinen Enkelkindern", sagte Gwodz. Diese hatten an einer Hochzeit in Köln teilgenommen und dort zum ersten Mal mit Hochzeitstauben zu tun. "Das hat ihnen so gut gefallen, dass sie mich überredet haben, doch auch weiße Tauben zu züchten", ergänzte der Züchter.
Weiße Tauben
Die Zucht ist schwierig, da die Vögel viele Eigenschaften der grau-blauen Brieftauben behalten müssen.
Durch die Kreuzung verlieren sie oft den wichtigen Orientierungssinn. Besonders bei großen Entfernungen oder schlechten Wetterbedingungen kann dies zu erheblichen Problemen führen.
Mittlerweile besitzt Gwodz 36 weiße Tauben. Ob bei der Enthüllung des neuen Friedrich-von-Saarwerden-Denkmals in der Zonser Altstadt, bei Hochzeiten auf Schloss Bensberg oder bei Trauerfeiern: Gwodz lässt seine gefiederten Freunde aus speziellen, dem jeweiligen Anlass entsprechend dekorierten Körben aufsteigen. Wenn dies gewünscht ist, trägt er auch passende Gedichte vor. Damit die Tauben nach der Veranstaltung auch wieder zu ihrem Schlag nach Rheinfeld zurückfinden, trainiert Gwodz sie ständig. "Bereits 30 Tage nach der Geburt lasse ich die Tauben auf unser Hausdach fliegen. Sie steigen auf, lernen die Umgebung um ihre Heimat herum kennen und kommen wieder zurück", erklärte er. Nach weiteren 30 Tagen fährt Taubenfreund Gwodz an immer weiter entfernte Orte in alle Himmelsrichtungen und lässt seine Tauben fliegen. "Nach etwa 100 Tagen kann ich sie auch in 60 Kilometer Entfernung freilassen", sagt der Züchter. Wie Kinder müssten sie erst einmal ihre Heimat und dann die Umgebung erkunden.
Am Samstag erst war Gwodz am Kölner Dom Hotel im Einsatz. Von Köln aus bräuchten die Tauben gut 30 Minuten, bis sie wieder in Rheinfeld in "ihrem" Garten sind. "Ohne Wind fliegen sie mit etwa 75 Stundenkilometern", erläuterte der 62-Jährige.
Info Nähere Infos telefonisch unter % 02133 49009 oder an arnold-gwodz@web.de
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