Dormagen (NGZ). Peter Aalbers hat sich seinen Traum von der Heilpraktikerpraxis erfüllt. Sein Weg dorthin verlief alles andere als gerade. Der Mann war Maurer, Polier, Chemikant, Möbelmonteur – und arbeitet auch noch in der Chemieindustrie.
Die Hände sind Peter Aalbers liebstes Werkzeug. "Ich arbeite gerne mit den Händen", sagt der Mann, der auch als Heilpraktiker "Handwerker" sein möchte. "Ich berühre meine Patienten – im wahrsten Sinne des Wortes." Sus-pekt sind ihm Kollegen, die Patienten ungern anfassen. "Ich fingere immer an meinen Patienten rum", sagt er und lacht.
Seinen Händen hat Peter Aalbers viel zu verdanken. Sie sind sein Werkzeug, seit er seine Maurerlehre gemacht und als junger Polier bei der Firma Rohde im Akkord mit 90 Mann zugepackt hat. Das war auch so bei Ineos, wo er 19 Jahre arbeitete, als Chemikant und Meister. Mit 30 trug der heute 51-Jährige Verantwortung für 30 Mitarbeiter. "Heute weiß ich, dass ich überfordert war." Als er psychosomatische Beschwerden bemerkt, geht er zum Heilpraktiker. Danach wusste Peter Aalbers, dass auch er Menschen helfen will. Mit seinen Händen. "Es ist wunderbar, wenn Patienten mit Schmerzen kommen und ohne gehen."
Peter Aalbers
Der Dormagener, Jahrgang 1958, legte 2003 seine Prüfung zum staatlich anerkannten Heilpraktiker in Augsburg ab.
Seit 2005 hat er in Dormagen eine Praxis, seit dieser Woche in neuen Räumen an der Ubierstraße 2. Schwerpunkte: Hock-Therapie, Allergiebehandlung, Immuntherapie, Wellness-Beratung.
Das Gefühl, seine Lebensaufgabe gefunden zu haben, ist damals so stark, dass er über Nacht seinen Job schmeißt und mit der Abfindung ins Allgäu geht. Ohne Arbeit, ohne Wohnung. Der begeisterte Sportkletterer erfüllt sich seinen Traum vom Leben in den Bergen, absolviert am Zentrum für Naturheilkunde in Kempten seine Ausbildung. Parallel lässt er sich zum Rettungssanitäter schulen, wird Skilehrer – und gerät in finanzielle Schieflage. "Mit 44 Jahren war ich wieder auf Arbeitssuche". Er jobbt als Möbel-Monteur. "das war der schönste Job". Wieder arbeiten mit den Händen. Und die Erkenntnis, nach Hause zu wollen. "Als Preuße hast Du in Bayern nichts verloren. Seither weiß ich die Menschen hier richtig zu schätzen."
Über alte Verbindungen steigt er bei einem Gelsenkirchener Chemie-Unternehmen ein, wo er als Meister zurzeit noch vier, demnächst drei Tage die Woche arbeitet. "Aber das ist nicht mehr meine Welt." Seine Welt, das sind seit dieser Woche die neuen Praxisräume an der Ubierstraße, die er sich mit Ute Lambertz aus Frechen teilt. Sie bietet Therapien und Methoden an, zu denen "Handwerker" Aalbers auf Distanz bleibt – etwa die Homöopathie oder Akupunktur.
Aalbers Steckenpferd ist die Hock-Therapie, bei der Beckenschiefstände oder Gelenkblockaden behandelt werden. "Da kann ich mit den Händen korrigieren, Menschen ,gerade' machen." Das passt zu dem Mann, der seine Bodenständigkeit betont, der stolz ist auf seinen Maurerberuf. Und auf seinen Weg zum Heilpraktiker, den Zertifikate an den Praxiswänden dokumentieren. Die Patienten wollten es so. "Das sagt doch gar nichts über mich aus,", sagt Aalbers. Seine Geschichte schon.
Info www.enersence.de
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