Dormagen (NGZO). Willi Zimmermanns meldete sich mit 16 Jahren als Kriegsfreiwilliger, geriet in amerikanische Gefangenschaft und verlebte schreckliche Tage im Rheinwiesenlager Remagen. Vor 65 Jahren wurde er entlassen.
Seine Erinnerungen sind schlimm und alt, aber noch immer ganz klar. Gezeichnet von den Eindrücken als amerikanischer Kriegsgefangener im Zweiten Weltkrieg sprach der Wahl-Dormagener Willi Zimmermanns über seine Erlebnisse im Rheinwiesenlager Remagen und das Kriegsende vor rund 65 Jahren.
Willi Zimmermanns war gerade einmal 16 Jahre alt, als er sich als Kriegsfreiwilliger meldete. „Während des Arbeitsdiensts hat ein Soldat der Waffen-SS für den Kriegsdienst geworben. Damals wollte ich einfach dabei sein“, erklärt der gebürtige Neusser 65 Jahre nach Kriegsende. Ehe er sich versah, wurde er auch direkt im Kampf eingesetzt. Es dauerte nicht lange, da „wurden wir in einem Sauerländer Wald verhaftet“, erinnert sich Zimmermanns. Vom Sauerland aus ging es um den 18. April 1945 herum nach Aachen in einen Luftschutzbunker. „Aachen war da schon völlig zerstört. Wir mussten für die Amerikaner Abfallgruben ausheben und haben ständig Hunger gelitten“, so der Kriegsveteran.
Nach nur wenigen Tagen wurden Zimmermanns und weitere Gefangene ins Rheinwiesenlager Remagen gebracht. Das Wetter war nass und kalt. „Mit zerrissener Uniform und ohne persönliche Gegenstände wurden wir eingesperrt. Um uns vor dem Wetter zu schützen, gruben wir mit bloßen Händen große Erdlöscher“, erinnert er sich weiter. Der Boden sei aufgeweicht gewesen. „Es gab keine Möglichkeit, sich unterzustellen.“ Nach einigen Tagen brachte ein Kamerad eine Decke mit, die Zimmermanns und die anderen Soldaten über ihr Erdloch spannten.
„Auch in Remagen haben wir Hunger gelitten. Wenn wir es erreichen konnten, haben wir sogar Gras gegessen. Wir konnten den ,Amis’ zusehen, wie sie gegessen haben. Wasser gab es auch nicht. Nachdem wir dafür acht Stunden angestanden hatten, schaufelte ich mir ein paar Schübe ins Gesicht und wurde direkt weitergeschubst“, erklärt der 82-Jährige.
Nachts setzte täglich der Überlebenskampf ein: Decken und Stiefel wurden geklaut. Auch Hygiene sei ein schlimmes Thema gewesen. „Ich konnte mich drei Monate lang nicht richtig waschen. In den Lagern hat es überall nach Fäkalien gestunken. Es gab keine Latrinen“, so Zimmermanns. Das offizielle Kriegsende am 8. Mai 1945 erlebte der Wahl-Dormagener in einem Lazarett. „Plötzlich hörten wir Schüsse. Die Kapitulation war erklärt“, erinnert sich der spätere Industriekaufmann bei Bayer.
Von Remagen aus wurde er im Juli 1945 ins Lager Wickrathberg überführt. Weiter ging es in die Normandie. Dort wurde er als unter 18-Jähriger, nachdem er zum Aufspüren von Minen eingesetzt wurde, entlassen und schließlich nach Neuss gebracht.
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