Dormagen (NGZ). Matthias Demmings Leidenschaft ist das detailgetreue Nachbauen vor allem von Flugzeugen. Das Hobby des Gärtnermeisters ist nicht nur dem Interesse an Technik geschuldet; "es fördert auch die Akkuratesse und beruhigt."
Ist das ein Keller oder ein Flugzeug-Hangar? Wer bei Familie Demming in Stürzelberg die Modellbau-Sammlung besichtigt, betritt eine Art Maschinen-Museum – ganz ordentlich hat Matthias Demming hier seine Flugzeug-Parade aufgehängt, dutzende Modelle überwiegend von Militärflugzeugen aus dem 20. Jahrhundert, selbst gebaut, in Top-Zustand, mit jedem Detail. Dass im Luftraum des Gewölbes nur wenige Passagiermaschinen "fliegen", hat nichts mit Leidenschaft fürs Militär zu tun, sondern einen praktischen Grund: "Passagierflugzeuge würde ich lieber bauen, aber sie sind als Modelle zu klein." Maßstab 1:144 ist für den passionierten Bastler unattraktiv. Leuchtende Augen hingegen bekommt er bei "Tornado" und "Phantom" im Maßstab 1:32 oder 1:16. "Man erkennt alles", sagt Demming und zeigt auf Sitze, Feuerlöscher, Werkzeug oder Bremsklötze der Maschinen. Die Bewaffnung der Flugzeuge spart er sich, wenn sie nicht zwingend zum Gesamtbild gehört – damit will er verdeutlichen, dass ihn zwar die Technik der Flugzeuge fasziniert, nicht aber ihre zerstörerische Wirkung im Gefecht. "Wenn sie den Krieg, auch den in der Luft, selbst erlebt haben", sagt der 72-Jährige, "wollen sie das nie wieder haben."
Die Sammlung
Matthias Demming hat etwa 200 Flugzeug- und Schiffsmodelle gebaut, knapp 60 hütet er noch zuhause.
Das Gros bilden Militärflugzeuge, dazu kommen Passagiermaschinen, Schiffe vom Fischkutter bis zum Flugzeugträger, Leuchttürme, die erste Mondrakete und das Empire State Building.
Die Modelle gehören zu seiner Art, Geschichte aufzubereiten, sie neutralisieren die Erfahrungen, eben weil sie "nur" Modelle sind. Die aber wirken so originalgetreu, dass Demming seine Faszination für alles, was fliegt, mit ihnen ausleben kann. Im Regal steht, noch verpackt, schon sein nächstes Projekt: ein Eurofighter. "Der liegt hier, bis der Winter kommt", sagt Demming – im Sommer hat der Gärtner, der auch Gimpel züchtet, einen Heidegarten pflegt und als Kleinunternehmer noch den Blumenladen betreibt, keine Zeit für Filigranarbeit.
Rund 20 Stunden braucht er, um aus den rund 200 Teilen einer Packung, die bis zu 70 Euro kostet, das Modell fertigzustellen. "Niveau 5" steht auf der Verpackung – "dazu müssen sie schon Erfahrung haben", sagt er, Ruhe und Fingerspitzengefühl. "Das Modellbauen ist ein Ausgleich für die Gärtnerarbeit", weiß er. "Man erhält sich die Feinfühligkeit, trainiert Geduld und Genauigkeit. Um zu sehen, das etwas schief ist, brauche ich keine Wasserwaage." Das glaubt man gern, wenn man den französischen Fischkutter im Wohnzimmer sieht, dessen Planken Demming einzeln genagelt hat. Oder das riesige Modell der "Bismarck", die er über Jahre hinweg im Maßstab 1:200 gebaut hat. Das deutsche Schlachtschiff aus dem Zweiten Weltkrieg ruht in einer Vitrine. Am Heck, so viel Freiheit erlaubt sich der Sammler, weht eine europäische Flagge.
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