Dormagen (NGZO). Hans-Josef Bilke ist Rentner. Doch Zeit hat er durch seine Pensionierung nicht gewonnen. Als Leiter der Grundausbildung des Yacht-Clubs Bayer Leverkusen in Dormagen hat er alle Hände voll zu tun.
Sobald das Wetter einigermaßen erträglich ist, zieht es Hans-Josef Bilke ans Wasser. Auf dem Rur- und dem Straberger See ist er zu Hause. Als Mitglied des Yacht-Clubs Bayer Leverkusen ist der 66-Jährige für die Grundausbildung der Vereinsmitglieder in Dormagen verantwortlich. Eine Aufgabe, die Bilke auch nach über 40 Jahren Segelerfahrung noch Spaß macht.
Etwa 25 bis 40 Segler bildet der Yacht-Club Bayer Leverkusen mit Hauptsitz am „Strabi“ jährlich aus. „Der Vereinsname ist für Fremde immer etwas verwirrend. Wir heißen zwar ,Leverkusen’, haben unser Trainingsgelände aber auf Dormagener Stadtgebiet“, erklärt der ehemalige Mitarbeiter der Erdöl Chemie (heute Ineos). In Leverkusen befinden sich ausschließlich die Geschäftsstelle sowie ein Teil der theoretischen Ausbildung. Die Aufteilung resultiert aus einer Vereinsfusion vor rund 40 Jahren. „Damals unterhielt Bayer zwei Vereine, die dann zusammengelegt wurden“, ergänzt der Segellehrer.
Über die Jahre und nicht zuletzt durch den Zusammenschluss stieg die Mitgliederzahl somit auf über 1000 Aktive. „Auf dem See ist im Sommer richtig was los“, sagt Bilke. Doch auch wenn das Wetter nicht so schön ist, herrscht Betrieb. „Unsere Jugendlichen lassen sich mittlerweile von keinem Wetter mehr abschrecken. Solange der See nicht zugefroren ist, wird gesegelt“, so der Segler, der über einen Arbeitskollegen seiner Frau zum Wassersport gekommen ist.
Die Jugendlichen sind es auch, die den insgesamt zehn Ausbildern am Straberger See jede Menge Arbeit verschaffen. „Zusammen mit der Jugendabteilung kommen wir in diesem Jahr auf rund 50 Prüflinge. Das ist eine enorme Zahl“, meint Bilke. Mitglied im Yacht-Club Bayer Leverkusen ist der gebürtige Gelsenkirchener seit etwa 35 Jahren. Seine Arbeitskollegen hatten ihn auf den Verein aufmerksam gemacht. Den Sportbootführerschein Binnen hat Bilke auf dem Rursee gemacht.
Dort hin zieht es ihn und seine Frau an den Wochenenden. „Wenn ich nicht in die Ausbildung eingebunden bin, fahren wir auch in der Woche an den See in der Eifel“, erklärt Bilke. Dort liegt sein eigenes, sieben Meter langes Schiff.
Wenn der Pensionär sich nicht gerade auf dem Wasser herumtreibt, ist er leidenschaftlicher Motorradfahrer. Aber auch eine Amateurfunkerlizenz schlummert in einer heimischen Schublade. „Das ist wie Herpes. Irgendwie kommt die Lust am Funken immer zurück“, beschreibt er sein weiteres Hobby.
Die Segelausbildung
Wie die Führerscheinprüfung umfasst auch der Erwerb einer Segelerlaubnis einen Theorie- und einen Praxisteil. In der Grundausbildung erfolgt zunächst eine Sicherheitsbelehrung. Dann folgt ein Theorieblock, der in der Regel von November bis März dauert. Ab Ostern wie dann die Praxis bis zur Prüfung erlernt.
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