Dormagen (NGZ). Mit dem Grand Prix der Ringerinnen ist Dormagen Teil der internationalen Sportszene. Ein großes Hotel für alle Sportlerinnen gibt es aber nicht. Seit das Dormotel dicht gemacht hat, wächst die Beherbergungslücke.
Das "Commundo Tagungshotel" am Neusser Sporthafen ist ab Freitag das Olympische Dorf der Ringerinnen. Dort, an der B9, übernachten rund 200 Teilnehmerinnen des internationalen "Grand Prix der Bundesrepublik Deutschland", der ab 17 Uhr in der HRC-Arena startet.
In Dormagen gibt es kein ausreichend großes Hotel, seit das Dormotel geschlossen hat. "Die Probleme sind groß", sagt Detlev Zenk, Vorsitzender des AC Ückerath. Einige Sportlerinnen hat der AC im Ragusa und im Höttche unterbringen können. Die meisten Teilnehmerinnen werden per Bus-Shuttle in Neuss abgeholt.
Das Dormotel war mit 250 Betten das mit Abstand größte Hotel in der Stadt. Am Freitag folgen das Hotel Friedestrom in Zons mit 81 Betten und das Höttche (79 Betten), das bald seine Kapazitäten erweitern will.
NRW-/Kreis-Zahlen
NRW:
Gäste: 3,9 Millionen
Übernachtungen: 8,8 Millionen
Ausländische Gäste: 770 000
Rhein-Kreis Neuss:
Gäste: 82 144
Übernachtungen: 145 689
Ausländische Gäste: 17 863
Basis: Die Zahlen von IT.NRW spiegeln das erste Quartal 2010
Guido Schenk, zuständig für Stadtmarketing bei der SVGD, kennt das Problem. Er hat zurzeit außerdem mit einer Statistik zu kämpfen, die der Stadt drastisch sinkende Übernachtungszahlen konstatiert. So ist die Zahl der Übernachtungen im ersten Quartal 2010 um 18,5 Prozent von 14 262 auf 11 630 gegenüber dem Vorjahresquartal gesunken.
Schenk glaubt, dass der Rückgang mit dem extrem harten Winter zu tun hat. "Die Entwicklung ist hoffentlich ein Ausreißer nach unten", sagt er. Immerhin war 2009 auch ein besonders gutes Jahr. Der Marketing-Beauftragte setzt insbesondere auf den Fahrradtourismus.
Thorsten Hellwig, Sprecher beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga NRW), macht ebenfalls den harten Winter und die schlechte wirtschaftliche Lage für den Rückgang verantwortlich. Wie schwierig es ist, eine etablierte Hotelkette für den Standort zu begeistern, weiß der stellvertretende Wirtschaftsförderer Hans-Gerd Knappe: "Es gab vor ein, zwei Jahren die Überlegung, im Rahmen der Umgestaltung des Hotel-Vorplatzes ein Hotel anzusiedeln." Die Resonanz sei wenig zufriedenstellend gewesen. Die angesprochenen Hotelketten hätten kein Interesse am Standort gehabt. "Dormagen wird wohl als schwierig angesehen", sagt Knappe. Dabei sei der Standort zwischen den Messestädten Düsseldorf und Köln eigentlich ideal.
Dass der Rad- oder Privattourismus dem Hotelgewerbe der Stadt einen Positivtrend beschert, glaubt Dehoga-Sprecher Thorsten Hellwig dagegen nicht: "Solange es in Nordrhein-Westfalen keine Berge und kein Meer gibt, sind wir kein Ziel für Privatreisen." Kommentar
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