Dormagen (NGZ). Metzgermeister Johann Landsmann ist mit seinen Mini-Würsten weit über die Grenzen Stürzelbergs hinaus bekannt. Der gebürtige Österreicher weiß, worauf es den Kunden ankommt.
Die Größe machts: Das Erfolgsrezept von Metzgermeister Johann Landsmann geht voll auf. 1973 erfand der Stürzelberger das "Landsmännchen", damals die kleinste Wurst auf dem Markt. "Acht Monate lang war ich der einzige, der so etwas verkauft hat", sagt der 59-Jährige stolz. Danach erst kam die Konkurrenz mit ähnlichen Produkten, gegen die sich der gebürtige Kärntner immer behaupten konnte.
Bis in die Fleischtheke der Edeka-Supermärkte haben es die sechs Gramm schweren Würstchen des Metzgers gebracht. Doch bis dahin war es ein langer Weg. "In Österreich kann man als Metzger nur erfolgreich sein, wenn man sich in Deutschland oder in der Schweiz weitergebildet hat", sagt Landsmann. 1969 verließ er seine Heimatstadt Straßburg in Kärnten und ging nach Deutschland. "Es ist einfach das Land der Wurstspezialisten, dort kann man am meisten lernen" sagt er. Vier Jahre später hatte Landsmann eine eigene Metzgerei in Düsseldorf. Der "Leberkäsekönig" wird er dort genannt, er war einer der wenigen, bei dem diese Spezialität über die Ladentheke wanderte. Neben dem Produkt käme es besonders auf den höflichen Umgang mit dem Kunden an, sagt er. Das Markenzeichen des Metzgers, die kleinen "Landsmännchen", wurden damals noch von Hand gemacht, bis 1992 eine Maschine diese Aufgabe übernahm.
Es geht um die Wurst
In Deutschland gibt es über 1500 verschiedene Würste. Traditionell bestehen diese vor allem aus Fleisch, Speck, Salz und Gewürzen.
Die Geschichte der Wurst lässt sich bis weit vor Christi Geburt nach verfolgen, wobei die Römer eine besondere Vorliebe für dieses Nahrungsmittel hatten.
Seitdem konzentriert sich der zweifache Vater nur noch auf die industrielle Herstellung der Würstchen, die Metzgerei hat er aufgegeben. "Die Industrie hat mich einfach mehr gereizt", sagt er, obwohl ihm besonders der Kundenkontakt manchmal fehlt. Es war schön zu sehen, wie sich die Kinder, die oft viele Jahre bei ihm in den Laden kamen, entwickelten, erinnert er sich zurück. Inzwischen ist Landsmann auch als Berater des Bundeswirtschaftsministeriums tätig. Bei einem zweimonatigen Aufenthalt in der Hauptstadt Kirgisistans wird er dabei helfen, eine Wurstfabrik aufzubauen. "Es geht darum, deren Würste auf hohe Qualitätsstandards zu bringen und die Arbeitsabläufe zu koordinieren", sagt der Experte. 25 Kilo Fachliteratur hat der Metzgermeister eingepackt – seine Frau wird die Firma derweil weiterführen.
Das ganze Leben dreht sich bei Johann Landsmann um die Wurst, wie schon bei vier Generationen vor ihm. Die Liebe am Produkt sei es, die ihm jeden Tag Freude bereite. Verzichten möchte er auf die Wurst nicht mehr. "Aschermittwoch und Karfreitag sind die schlimmsten Tage, da lasse sogar ich mal das Fleisch weg", sagt der Metzger und lacht.
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