Dormagen (NGZ). Lisa Krumbein hat am Samstag das Bundesverdienstkreuz erhalten – eine weitere, hohe Auszeichnung für die Zonserin, die in ihrem Leben ein beispielloses Maß an kulturellem und sozialem Engagement bewiesen hat.
"Fishing for compliments" heißt eine englische Redewendung, die Leuten gilt, die ihr Licht unter den Scheffel stellen, um dann von anderen gelobt zu werden. Wenn Lisa Krumbein darauf verweist, wie erstaunlich es doch sei, "was man im Leben so alles gemacht hat", so liegt ihr nichts ferner als das – "ich habe Dinge einfach immer angepackt, weil es nötig war", sagt die 72-jährige Zonserin. Nicht ohne zu bedauern, dass sich immer weniger Menschen ehrenamtlich engagieren. Kaum aufzuzählen hingegen sind ihre Ehrenämter, Verdienste und Auszeichnungen, zu denen jetzt eine hohe hinzugekommen ist: Seit Samstag ist Lisa Krumbein Trägerin des Bundesverdienstkreuzes.
Anekdotisches
Von Alt-Bürgermeister Heinz Hilgers wird gerne die Anekdote vom ersten Auftritt Lisa Krumbeins erzählt. Ihre Sprechrolle bestand aus dem Satz: "Der hat ja gar nichts an" und bezog sich natürlich auf "Des Kaisers neue Kleider".
Die Ehrlichkeit des Kindes, so Hilgers, sei stets charakteristisch für Lisa Krumbein geblieben.
Das eigene Erstaunen über ihr Lebenswerk, an das bei der feierlichen Verleihung auf der Zonser Freilichtbühne – wo sonst – erinnert wurde, hat noch einen Grund: "Ich lösche Vieles, um für Neues wieder Platz auf meiner Festplatte zu haben", sagt sie und lacht. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke aber hat viel zusammenbekommen, auch Hans Sturm, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Dormagen, ließ Revue passieren, was Lisa Krumbein geschafft und angepackt hat. Ohne sie wären die Märchenspiele nicht denkbar, denen sie nun seit 57 Jahren verbunden ist. "Meine Mutter hat mich mit drei Monaten mit auf die Bühne genommen, daher hab ich den Theatervirus", erzählt sie. Beim Wiederbeginn nach dem Krieg 1953 war sie Frau der ersten Stunde, auf und später hinter der Bühne. Seit etwa 40 Jahren obliegt ihr die Geschäftsführung der Freilichtbühne. 10 000 Stunden, hat sie ausgerechnet, investiert sie pro Jahr in die Bühne, die rund 10 000 Zuschauer pro Jahr besuchen und mit ihr verbinden. Auf Flyern steht sogar ihre Privatadresse, was schon mal dazu geführt hat, dass ein LKW voll Sand bei ihr vor der Haustür parkte, um bei ihr statt an der Bühne einen künstlichen Strand aufzuschütten.
In ganz verschiedenen Rollen hat sie auch das kulturelle und soziale Leben in der Stadt mit gestaltet, als "ewige" AWO-Vorsitzende und als Politikerin im Rat und im Kreistag. "Der Kreistag war meine große Liebe", verrät sie, die dortige Arbeit hat sie genossen. Über 40 Jahre ist sie in der SPD. Die aktive politische Arbeit ruht, aber verbunden bleibt sie ihrer Partei.
Die Ehrung am Samstag hat sie gefreut und gerührt. "Gut, dass ich saß", sagt sie und schmunzelt. Rasten freilich wird sie nicht. Am Sonntag Mittag war sie schon wieder auf dem Sprung zu den Märchenspielen. Ihr größter Wunsch: "Hoffentlich können wir spielen."
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