Dormagen (NGZ). Dormagen Thomas Busch geht mit Millionen um. Der Leiter der Stadtkasse im Service Finanzen hat täglich die Kassenstände der Stadt und die Finanzen der städtischen Gesellschaften im Blick, gleicht die Konten untereinander aus, steuert die Kassenlagen von seinem Büro im Rathaus in Kooperation mit der Sparkasse Neuss und der Westdeutschen Landesbank (WestLB). Seit dem Herbst arbeitet die Stadt mit dem so genannten Cash-Management - und hat damit bislang gute Erfahrungen gemacht.
Ab Januar wird das Spektrum des Cash-Managements deutlich erweitert. Auch die Technischen Betriebe Dormagen (TBD) und die Eigenbetriebe, im wesentlichen mit dem Bereich Gebäudewirtschaft, werden in dieses Finanzmanagement eingebunden. Die Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft und die evd und Sozialdienst GmbH sind dabei.
„Wir steuern mit dem Cash-Management die gesamten Finanzen aus einer Hand“, erläutert Kämmerer Ulrich Cyprian. Und das hat erhebliche Vorteile. Einer davon: „Wir müssen uns nicht ständig in voller Höhe am Kreditmarkt bedienen“, so Cyprian. Im Klartext: Täglich werden die Guthaben von den Konten der Gesellschaften abgeräumt und damit der Bedarf an anderer Stelle zum Beispiel bei Investitionen der Gesellschaften gedeckt.
Wenn zum Beispiel die Energieversorgung Dormagen für ein Vorhaben eine größere Summe benötigt, kann diese im Zuge des Cash-Managements von der Stadt oder von anderen Gesellschaften über die gemeinsame Finanzsteuerung zur Verfügung gestellt werden.
Das geht im Zweifelsfall nicht ohne Kredite am Kapitalmarkt. Doch dort gelten für die Kommunen besonders günstige Zins- und Tilgungsvereinbarungen. Der Vorteil in diesem System: „Auch die städtischen Gesellschaften wie die Energieversorgung Dormagen oder die Technischen Betriebe können sich über die Stadt an diesen besseren Konditionen bedienen“, erläutert Cyprian. Nach seinen Worten wurde die Kreditermächtigung für nächstes Jahr im Haushalt von 23 auf 35 Millionen Euro aufgestockt: „Eine reine Vorsichtsmaßnahme, da wir keinerlei Erfahrungswerte haben, wie sich die Liquidität der neuen Gesellschaften entwickeln wird.“
In diesem Jahr ist die Stadt mit der Kreditermächtigung sehr gut ausgekommen, die höchste Inanspruchnahme lag bei etwa 13 Millionen Euro. Aber es hat auch schon Jahre gegeben wie 2002 oder 2005, als die Stadt fast an der 23-Millionen-Euro-Grenze schrammte. Bürgermeister Heinz Hilgers und Kämmerer Cyprian rechnen damit, dass dieser neue Rahmen bei weitem nicht ausgeschöpft wird. Cyprian: „Wir wollen lediglich vermeiden, dass der Haushalt nachgebessert werden muss.“ Beide sehen das Cash-Management mittelfristig sogar im Plus, der Kämmerer eher sechsstellig, der Bürgermeister sogar siebenstellig.
Sämtliche Transaktionen untereinander werden mit einem Aufschlag von 0,15 Prozent Zinsen getätigt. Cyprian: „So verdienen alle daran.“ Um langfristig zu planen wird jedes Quartal eine Liquiditätsvorausschau angestellt, um vor allem die großen Einnahme- und Ausgabenblöcke besser kanalisieren zu können. Diese grundlegenden Entscheidungen des Cash-Managements werden auch im Verwaltungsvorstand beraten.
Ein Beispiel: Die Technischen Betriebe Dormagen benötigen für eine Investition 3,7 Millionen Euro. Dann fragt Thomas Busch zum Beispiel bei den Geschäftsführern von evd und SVGD an, welche größeren Summen dort in absehbarer Zeit erwartet werden,. Von dort wird das Geld dann im Wege des Cah-Managements bereit gestellt - von außerhalb kreditiert werden muss dann in der Regel nur noch die freie Spitze.
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