Dormagen (NGZ). Dormagen Maya ist wie hypnotisiert. Kaum ertönt Musik, ist sie ganz auf ihr Frauchen fixiert. Auf Zeichen dreht sich die Hündin um die Halterin, läuft ihr zwischen den Beinen entlang, macht eine Rolle oder steht auf zwei Beinen. Die Vorstellung, die das Paar bietet, nennt sich „Dog Dancing“.
Das passende Turnier zu dem Hundesport, fand jetzt auf der Anlage der „Hundefreunde Dormagen“ ein große Resonanz. Hundehalter und Hundefreunde aus der ganzen Bundesrepublik kamen, sahen und tanzten mit.
Das Vereinsgelände am Stüttger Weg verwandelte sich in den vergangenen Tagen in eine Camping-Wiese. Mit Pavillon, Picknick-Korb, Decke und Hund bewaffnet, kamen die Dog Dance-Begeisterte zum Turnier. „Das Dog Dancing ist noch nicht so bekannt, deshalb gibt es auch nicht viele Orte, an denen Kurse und Turniere stattfinden“, erklärt die Teilnehmerin Cornelia Demling, die für das Turnier mit ihren Hunden Pia und Neggy aus Stuttgart nach Dormagen gekommen ist. Wie sie haben auch die andern 50 Teilnehmer teilweise weite Strecken auf sich genommen, um mit ihren Hunden das Turnier zu bestreiten.
Doch was fesselt die Menschen an dieser ungewöhnlichen Sportart? „Es macht einfach Spaß“, sagt Kerstin Vogel aus Kaarst. Sie nahm mit dem fünfjährigen Jimmy teil. „Es klingt verrückt, wenn man sagt, dass man mit dem Hund tanzt“, meint die Kaarsterin. Dabei hätten die Menschen ganz falsche Vorstellungen von dem Hundesport. „Der Hund lernt dabei ganz viele verschiedene Tricks, die gar nicht einfach sind“, weiß die Hundehalterin.
Das war auch die Ambition von Manuela Galka, der Veranstalterin des Dog Dance-Turniers, sich für den Hundesport zu begeistern. „Ich wurde am Anfang viel belächelt und gefragt, ob ich denn mit meinem Hund Walzer tanzen würde“, erinnert sich die 41-Jährige. Mittlerweile hätte sich jedoch die Einstellung der Menschen zum „Dog Dancing“ stark verändert. „Das Interesse dafür steigt immer weiter“, weiß Galka. Deshalb bietet sie zahlreiche Tanzkurse für Hund und Halter an.
Die Idee zu einem Turnier kam von den Teilnehmern. „Ich wurde quer durch Deutschland gefragt, ob ich nicht mal so etwas machen könnte“, erinnert sich die Hundetrainerin. Im vergangenen Jahr hat sie deshalb in Solingen ein kleines Turnier für ihre Seminarteilnehmer veranstaltet. „Das kam unheimlich gut an, deshalb habe ich mich entschlossen, ein zweites Turnier anzubieten“, sagt Manuela Galka, der durch ihre Dog Dancing-Seminare die Anlage der „Hundefreunde Dormagen“ seit Jahren bereits bestens bekannt ist. So fiel die Wahl für diesen Veranstaltungsort unspektakulär aus.
Spektakulärer waren dagegen die Tanzeinlagen der Meisterin. In den Tanzpausen zeigte die Veranstalterin selbst, was sie in sieben Jahren ihrem Border Collie „Charly“ beigebracht hat. Eine perfekte Choreografie ohne große Worte und ohne Leckerchen, dafür aber mit imposanten Tricks, wie Drehen, Slalom, Sprung, seitlichem Fußlaufen und Distanzarbeit - und das alles bei floter Musikbegleitung. Am Ende war nur noch schwer zu erkennen, wem das Turnier mehr Spaß gemacht hat: den Besitzern oder den Hunden. Vielleicht haben ja bald menschliche Tanzpartner ausgesorgt. Denn scheinbar treten sich Mensch und Hund weniger oft auf die Füße.
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