Verkehrsentlastungen (NGZ). Verkehrsplaner Wolfgang Christ empfiehlt im Planungsausschuss Ortsumgehungen für Delhoven und Nievenheim. Autobahnanschluss Delrath könnte starke Entlastungen bringen.
Dormagen Ortseingang Nievenheim an der Tankstelle, Durchfahrt Delhoven auf der Klosterstraße, Hit-Markt-Kreuzung - Verkehrsbelastungen an der Grenze der Erträglichkeit für die Bürger. Nur drei von etlichen Stellen im Stadtgebiet. Doch wie kann das Dilemma dieser Belastungen beseitigt werden? Wolfgang Christ lieferte jetzt im städtischen Planungsausschuss Hilfestellung. Der Verkehrsplaner der IVV (Ingenieursgruppe für Verkehrswesen und Verfahrensentwicklung Aachen/Berlin) hat Modelle entwickelt, wie sich die Verkehrsströme in den kommenden 25 Jahren entwickelt werden.
Dazu hat der Autor des Dormagener Verkehrsentwicklungsplans die Planungen in und um Dormagen von der geplanten Autobahn-Anschlussstelle Delrath bis zum Fachmarktzentrum auf dem Zuckerfabrik-Gelände, von dem Neubau der B 477 in Rommerskirchen bis zum Wohngebiet Allerheiligen Ost mit 1500 Einwohner. einbezogen. Grundsätzlich geht Christ davon aus, dass auf Grund der demographischen Entwicklung zwar das Verkehrsaufkommen abnehmen wird, zum anderen aber die Mobilität zunehmen werde. Unter dem Strich stehen in den Berechnungen „erhebliche Zuwächse“.
In Dormagen-Mitte und Horrem hat zunächst die Verlegung des Autobahnanschlusses für erhebliche Entlastung gesorgt. Auf der L 280 registrierten Christ und sein Team bis zu 8500 Autos weniger, auf der Alten Heerstraße einen Rückgang um bis zu 6600 Fahrzeuge. Dem gegenüber stehen erhebliche Mehrbelastungen auf der Franz-Gerstner-Straße (neue Achse parallel zur Autobahn), die mit 13 000 Autos pro Tag zu den meist befahrenen Straßen in Dormagen zählt. Auch die K 18 legte deutlich um bis zu 7000 Fahrzeuge zu. Ein Problembereich in Horrem ist die Hit-Markt-Kruzung. Dort rechnet Christ mit zusätzlichen 2800 Verkehrsteilnehmern. Christ fordertdort eine zusätzliche Ausfahrt zum Hit-Parkplatz. Mit dem neuen Fachmarktzentrum werden auf der B 9 zusätzlich bis zu 2600 Autos unterwegs sein, auf der Frankenstraße und Römerstraße zwei bis drei Autos mehr pro Minute. Deutliche Entlastungen erfährt Horrem, wenn das Gebiet Roseller Straße an die K 18 angebunden wird. Etwa 1000 Fahrzeuge mehr am Tag muss die Haberlandstraße verkraften - nicht unproblematisch mit dem Schulviertel.
In Hackenbroich wird vor allem die K 12 durch das Fachmarktzentrum eine Steigerung des Verkehrs um 4300 Fahrzeuge erfahren. In Delhoven dagegen sieht der Planer eine geringfügige Mehrbelastung der Haupt- und der Boelkestraße. „Langfristig“, so Christ, „können die Delhovener Probleme nur mit einer Umgehung gelöst werden.“ Kurzfristige Entlastung könne die Anbindung der Pfauenstraße an die L 280 bringen. Zeitraum: Mindestens zehn Jahre. In Gohr wird mit dem Bau der neuen 477 in Rommerkirchen der Verkehr auf der Bundesstraße geringfügig zunehmen.
Problematisch ist der Verkehr in Nievenheim und Delrath. Durch eine Ortsumgehung über Kohnacker zur Edisonstraße und einen Autobahnanschluss Delrath würde die Ortsdurchfahrt der L 380 um bis zu 1800 Fahrzeuge entlastet, die B 9 um bis zu 5900 Kraftfahrzeuge pro Tag. Über den geplanten Anschluss an die A 57 werden nach diesen Berechnungen täglich etwa 16 000 abgewickelt. Christ: „Die Anschlussstelle dokumentiert damit eindrucksvoll seine Wertigkeit.“ Darüber hinaus müsse dringend der Kreisverkehr an der Tankstelle eingerichtet werden. In Stürzelberg gibt es kaum Veränderungen, in Zons und Rheinfeld gibt es Entlastung auf der Wiesen- und eine Zunahme auf der Walhovener Straße.
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