"Ritterturnier Kaiser" (NGZ). Die Fahnen und Wimpel flattern über den Zeltdächern, stolz reiten die Ritter auf ihren bunt geschmückten Pferden auf den Turnierplatz. Eben hat der Herold die Turnierkämpfe dem herbei geströmten Volk angekündigt. Für "Prinz Askan" und seinen Widersacher, den bösen Fiesling "Targo", geht es ums Ganze: Wer wird am Ende des Turniers das "Goldene Schwert" gewinnen? Auch den Ritt durch meterhohe Flammen scheuen die Ritter nicht, die auf dem Schützenplatz zum Turnier antreten. NGZ-Foto: H. Jazyk
Ins Mittelalter mit seinen Turnierspielen entführt bis Sonntag "Ritterturnier Kaiser" aus Babenhausen die Besucher auf dem Dormagener Schützenplatz an der Walhovener Straße. Sieben Showreiter, darunter zwei Frauen, zeigen ihr Können beim Ringestechen, beim Pfeilschießen auf einen - natürlich nicht echten - Bären oder beim Schwertkampf.
Höhepunkt ist das "Gestech", wenn zwei Ritter mit angelegten Lanzen aufeinander zurasen, um sich gegenseitig aus dem Sattel zu werfen. Bei manchen Aufführungen jagen Ross und Reiter sogar durch eine meterhohe Flammenwand. "Wir verwenden für die Turnierspiele Araberhengste, die können aus vollem Galopp nach wenigen Metern zum Stehen kommen", erzählt Manager Günther Garding.
18 Mitarbeiter und neun Pferde ziehen von Ostern bis Oktober durch die Lande, nächste Woche wird die kleine Zeltstadt in Gelsenkirchen aufgeschlagen. "Früher veranstaltete Stefan Kaiser eine Westernshow im ,Fort Fun". Dann erfuhr er, dass in Frankreich Turnierspiele abgehalten wurden, und fuhr hin." Der Funke sprang über: Kaiser begeisterte mehrere Showreiter von der Idee und ist seit mittlerweile rund 20 Jahren mit der Ritterschar unterwegs.
Dazu gehört ein fester Kern von vier, fünf Rittern. Die Showreiter haben eine ganz unterschiedliche Herkunft: Die einen kommen aus dem Reitsport, Manuel Zinnecker etwa hat zuvor im Zirkus gearbeitet, Nicki Pfeifer alias "Siegfried von Greifenstein" hat sogar eine Stuntman-Schule besucht. "Verletzungen lassen sich bei solchen Schaukämpfen nicht immer vermeiden, da kann es schon mal zu Prellungen oder zum Schlüsselbeinbruch kommen", so Manuel Zinnecker.
"Für viele Ritter bildeten solche Turniere eine wichtige Einnahmequelle zwischen den Kriegen. Wer aber beim Turnier seinem Gegner unterlag, verlor sein Pferd an den Sieger", weiß Pfeifer. Vor dem Turnierkampf standen zunächst hohe Investitionen: "Eine komplette Ausrüstung kostete etwa 150 Ochsen", so Garding. Möglich ist die Reise in die spannende Ritterzeit auf dem Dormagener Schützenplatz am Freitag ab 19.30 Uhr, am Samstag ab 15 und 19.30 Uhr und am Sonntag nochmals ab 11 und 15 Uhr. Carsten Sommerfeld
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