Dormagen (NGZ). Dormagen Die kleine Laura Sponagel ist ganz schön aus der Puste. Bücken, aufsammeln, in den blauen Sack werfen und das ganze wieder von vorne... „Ich werde nie den Müll einfach wegwerfen“, sagt sie Fünfjährige sichtlich erbost. Waldparkplatz Knechtsteden. Stefan und Alexandra Sponagel mit Laura und der zweijährigen Lina haben anderthalb Stunden vom Ortsausgang Delhoven bis zum Parkplatz gebraucht. „Das waren drei Säcke voller Müll“, sagt Alexandra Sponagel.
Familie Sponagel gehört zu den insgesamt 2400 Dormagenern, die am Samstag in der Stadt Frühjahrsputz hielten. Und es hat sich gelohnt. „Insgesamt kamen 14 Tonnen Müll zusammen“, bilanziert Frank Piel von der EntsorgungGesellschaft Niederrhein EGN am Nachmittag. Das sind anderthalb Tonnen mehr als im Vorjahr.
Die EGN unterstützt die Aktion mit 6000 Säcken, 2000 Handschuhen, drei Lkw und acht Mitarbeitern. Zum Normalmüll kommen 200 Kilo Sondermüll wie Batterien, Spraydosen und ähnliches. Spitzenreiter war Dormagen, Horrem und Zons mit sieben Tonnen, gefolgt von Hackenbroich, Delhoven, Straberg mit fünf Tonnen und dem Rest mit zwei Tonnen. „Gefunden wurde einfach alles“, bilanziert Organisator Guido Schenk von der Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft (SVGD). Piel berichtet von einem Rasenmäher im Gebüsch, Herbert Jungverdorben in Gohr von einem Trimmrad.
Sauberhaft-Tag
Der Termin des Sauberhaft-Tages 2009 soll bereits kurz nach den Osterferien bestimmt werden. Damit soll der Termin auch in die Jahresplanung der Schulen einfließen können. Ein Termin im April liegt wegen der Brutzeit vieler Tiere, die gestört werden könnten, zu spät. Die Koordination soll bei der SVGD bleiben.
„Hier liegt alles herum, was nicht niet- und nagelfest ist“, zeigt Arndt Obiedzinsky an der Europastraße. Er gehört mit Tochter Christina zum 30 köpfigen Team der evd Energieversorgung Dormagen. Vor allem kommen jede Menge kleine Schnapsflaschen zum Vorschein. Ein Grund für Joachim Fischer in Zons ein Pfand auch für diese Flaschen zu fordern. Der Weg zwischen Deichstraße und Fähre war gepflastert mit Jägermeister-Fläschchen.
Waldemar Driwnik ist mit Kollegen des Angelsportvereins Delrath in Höhe des Sportplatzes Delrath unterwegs - offensichtlich haben sich an dem Weg außerhalb des Ortes einige Mitmenschen ihres überflüssigen Hausrats entledigt. Ähnlich in Gohr, wo Marion Marx und Helga Schmitz von den Gohrer Turfgrafen die Überreste einer Küche und zahlreiche Möbel am Rand des Mühlenbuschs entdecken. In ihrem angestammten Bereich rund um die Fackebauhalle an der Zuckerfabrik sind die Schützen vom Zug Heideröschen ’52 unterwegs. Toni Jüsten ärgert sich vor allem über die Hinterlassenschaften der Kunden einer Fast-Food-Kette, deren Schachteln nahezu an jeder Kreuzung liegen.
Rund 50 Vereine und zahlreiche Schulen beteiligen sich an dem Grundreinemachen. Nach Schätzung von Schenk sind rund 1600 Kinder unterwegs. Für Familie Loddenkemper und Rüdiger Westerheide, die mit den Kindern Thorben (8) und Joshua (10) in Nievenheim von der Friedensschule aus an der Hindenburgstraße Müll sammeln, geht es auch um erzieherische Aspekte.
„Wenn die Kinder sehen , wie viel Mühe es macht, den Müll wieder aufzulesen, werden sie es sich dreimal überlegen, Dinge einfach so wegzuwerfen“, sagt Westerheide. Leider hört laut Bürgermeister Heinz Hilgers der Sauberhaft-Eifer mit 13 oder 14 Jahren auf: „Wir werden uns intensiv darum bemühen, auch die Jugendlichen für die Sauerhaft-Idee zu begeistern.“
Der Einsatz der Helfer ist ehrenamtlich, auch die Koordinatoren bekommen den Aufwand nicht ersetzt. Einziger Lohn: Erbensuppe vom DRK - und eine saubere Stadt.
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