kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
Kommentare ()

Dormagener Privatdächer: Diskussion um Mini-Windräder

VON PETRA SCHIFFER - zuletzt aktualisiert: 23.10.2009 - 21:40

Dormagener Privatdächer (NGZO). Seit das Umweltteam der Stadt bei einem Solarstammtisch über Mini-Windkraftanlagen auf Privathäusern informiert hat, ist das Interesse im Dormagener Stadtgebiet groß. Das Problem: Noch scheint unklar, ob jeder einfach ein solches Windrad aufstellen darf.

In Grevenbroich-Jägerhof ist eines der ersten Mini-Windräder im Rhein-Kreis Neuss auf einem Privathaus aufgestellt worden. In Dormagen werden wahrscheinlich schon bald die nächsten Anlagen installiert.   Foto:  M. Reuter
In Grevenbroich-Jägerhof ist eines der ersten Mini-Windräder im Rhein-Kreis Neuss auf einem Privathaus aufgestellt worden. In Dormagen werden wahrscheinlich schon bald die nächsten Anlagen installiert. Foto: M. Reuter

Dormagen Von weitem ähneln sie auf den ersten Blick einer größeren Satellitenschüssel, auf den zweiten erkennt der Beobachter, dass sich mehrere Blätter im Inneren eines Kugelgestells drehen. Nachdem in den vergangenen Jahren Solarzellen auf Privatdächern in Dormagen einen Boom erlebten, sind jetzt Mini-Windräder als weitere Form der umweltfreundlichen Energiegewinnung im Kommen. "Das ist ein Thema, auf das ich immer wieder angesprochen werde", sagt der gerade aus dem Rat ausgeschiedene CDU-Politiker Hermann Harig. Anna Janoschka vom städtischen Umweltteam bestätigt: "Das Interesse ist groß. Seit wir bei einem Solarstammtisch über diese Mini-Windkraftanlagen informiert haben, häufen sich die Nachfragen." Auch Reimund Büschleb, der in Neuss Mini-Windräder vertreibt, sagt: "Ich hatte schon mehrere Beratungsgespräche in Dormagen." Das Problem: Bis jetzt ist die rechtliche Lage, wer wo einen solche Windkugel aufstellen darf, noch unklar.

"Wir recherchieren im Moment auf mehreren Ebenen, wie wir mit diesem Thema umgehen sollen", sagt Susanne LoCicero-Marenberg, Leiterin des Fachbereichs Städtebau. Denn bislang gebe es in Nordrhein-Westfalen keine einheitliche Regelung. Die ersten Reaktionen aus Düsseldorf – in einer gemeinsamen Stellungnahme des NRW-Bau-, Innen-, Wirtschafts- und Umweltministeriums – deuteten jedoch darauf hin, dass ein Mini-Windrad baugenehmigungspflichtig sei. Das heißt: Anders als bei einer Solaranlage kann sich ein Eigentümer in Dormagen nicht einfach eine kleine Windkraftanlage aufs Dach setzen, sondern muss einen Bauantrag bei der Stadt einreichen. "Das wird in Baden-Württemberg oder Hessen anders gehandhabt", so LoCicero-Marenberg. "Dort wird kein Bauantrag verlangt." In NRW solle aber offenbar den Städten die Verantwortung für eine Entscheidung übertragen werden. Und das bedeute auch, dass die Genehmigung jedes Mini-Windrades ein Abwägungsprozess mit einer Einzelfallentscheidung sei.

Info

Mini-Windrad

Die Mini-Windräder sind in unterschiedlichen Ausführungen mit einem Durchmesser von einem bis zwei Metern erhältlich. Weil sich die Blätter innerhalb der Kugel drehen, entsteht – anders als bei großen Windanlagen – kein Schattenwurf. Die Leistungen der Anlagen sind je nach Windstärke sehr unterschiedlich. Sie beginnen bei kleinen Anlagen bei 20 Watt bei einer Windgeschwindigkeit von fünf Metern pro Sekunde und gehen bei größeren Rädern bis zu einer Leistung von 2250 Watt bei 15 Metern pro Sekunde. Zur Orientierung: "Eine große Anlage deckt etwa ein Drittel des Bedarfs eines Vier-Personen-Haushalts", sagt Reimund Büschleb. Weitere Infos über die Anlagen gibt es im Internet beispielsweise unter www.windenergie.teamprolife.com. Anna Janoschka vom Umwelttean steht für weitere Fragen unter der Telefonnummer 0 21 33 / 25 75 17 zur Verfügung.

"Wir in Dormagen sind Klima-Bündnis-Gemeinde, deshalb wäre es aus meiner Sicht das falsche Signal, hohe Hürden für diese neue regenerative Technik aufzubauen", sagt Jürgen Reith, Umweltbeauftragter der Stadt Dormagen. Das sieht LoCicero-Marenberg grundsätzlich genauso. "Trotzdem müssen wir natürlich im Genehmigungsverfahren die Umgebung berücksichtigen", sagt sie. Auf einem gewerblichen Objekt oder auf einem höheren Mehrfamilienhaus sehe sie spontan keine Gründe, ein Mini-Windrad zu verbieten. In einem reinen Einfamilienhaus-Gebiet könne das möglicherweise anders aussehen. "Es empfiehlt sich auf jeden Fall, zunächst einmal – wie bei anderen Bauvorhaben auch – mit den Nachbarn zu sprechen und dort schon einmal vorzufühlen, damit es anschließend nicht zum Konflikt kommt", so die Chefin des Städtebau-Bereichs. Wenn die ersten konkreten Anträge vorlägen, könne die Stadt Erfahrungen sammeln, wie sie damit umgehen werde.

Vorstellen kann sich Janoschka, dass die Stadt als Pilotprojekt das Modell der Bürgersolaranlage auf die Mini-Windräder überträgt. Denkbar sei, dass auf einem geeigneten öffentlichen Gebäude mehrere der Propeller aufgestellt würden – und sich mehrere Interessierte an der Finanzierung beteiligten und vom Ertrag profitierten. Zurzeit liegt die Einspeisevergütung laut Büschleb bei rund neun Cent pro Kilowattstunde. "Nach meinen Informationen soll diese Summe aber erhöht werden", sagt er.

Quelle: RP

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

AUS DER NACHBARSCHAFT
MEHR
Organist Udo Flaskamp (r.) und der Kantor der evangelischen Kirchengemeinde Dormagen, Christian Stähr an der neuen Orgel in der Matthäuskirche an der Pfauenstraße in Delhoven.

Neue Orgel

Ein Glücksfall für Delhoven

Die neue Orgel in der evangelischen Matthäuskirche erklang am Wochenende zum ersten Mal. Die Kirchengemeinde ließ das 1975 gebaute Instrument für den Kirchenraum anpassen. Truhenorgeln wurden verkauft. VON Chris Stoffels  mehr

 
Dr. Klaus Schäfer: "Der chemischen Industrie in Nordrhein-Westfalen weht aus der Bürgerschaft ein scharfer Wind entgegen."

Dr. Klaus Schäfer im Interview

Sorge um den Industriestandort

Infolge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkriseder steht der Chempark Dormagen vor großen Herausforderungen. Die NGZ sprach mit dem Geschäftsführer des Chemieparkmanagers und -betreibers Currenta, Dr. Klaus Schäfer. VON Chris Stoffels  mehr

 

Erste Ratssitzung in Dormagen

Den Bürgern zuhören

 

Deutsche Pentosin-Werke

Motoröl made in Dormagen

 
 
 
BILDER AUS DORMAGEN
Der Wahlabend in Dormagen und Rommerskirchen
Der Wahlabend in Dormagen und Rommerskirchen
Der Wahlabend in Dormagen und Rommerskirchen. NRW-Wahl 2012 mehr 
 
Der Wahlabend in Dormagen und Rommerskirchen
Der Wahlabend in Dormagen und Rommerskirchen
Der Wahlabend in Dormagen und Rommerskirchen. NRW-Wahl 2012
mehr 
Auto fährt frontal gegen Baum
Auto fährt frontal gegen Baum
Auto fährt frontal gegen Baum. Verkehrsunfall in Dormagen-Hackenbroich ..
mehr 
Girls Day 2012: Das will ich einmal werden
Girls Day 2012: Das will ich einmal werden
Acht Mädchen aus Dormagen sagen am Girls ..
mehr 
Lkw-Unfall in Dormagen
Lkw-Unfall in Dormagen
Lkw-Unfall in Dormagen an der Kreuzung L280 / L380.
mehr 
 
Familienanzeigen