Dormagen (NGZ). Dormagen Auch in der zweiten Versteigerungsrunde am Neusser Amtsgericht ist das Dormacenter am Donnerstag nicht verkauft worden. Es gibt zwar mindestens drei Interessenten.
Bislang ist jedoch offensichtlich niemand bereit, eine Summe zu zahlen, mit der die Gläubigerbank BAG in Hamm zufrieden ist. Offiziell will sie zwar keine Mindestgrenze nennen, offensichtlich sollte die Vier-Millionen-Euro-Marke jedoch geknackt werden. Den Verkehrswert der Immobilie hatte ein Gutachter auf 7,2 Millionen Euro angesetzt.
Alle drei Interessenten scheinen ähnliche Konzepte - und damit auch ähnliche Probleme zu haben: Ein Supermarkt als Ankermieter soll weitere Geschäfte anziehen. So soll der Einzelhandel neben dem Freizeitbereich als zweites Standbein in der Immobilie etabliert werden. Und für dieses Vorhaben scheinen die Investoren zurzeit keinen Markt gewinnen zu können, so lange es keine neue Parkplätze gibt.
„Ein Supermarkt, der im Erdgeschoss des Centers eine Filiale eröffnet, möchte Parkplätze ganz nah am Markt, möglichst ebenerdig. Eine Tiefgarage wird heute fast nur noch im großstädtischen Raum akzeptiert“, erklärt Karl-Heinz Emrich. Der Rechtsanwalt aus Bergheim ist seit 30 Jahren in der Immobilienbranche tätig und hat vor allem im Rhein-Erft-Kreis bereits zahlreiche Projekte umgesetzt. Erst im vergangenen Jahr ersteigerte er ein finanziell stark angeschlagenes Geschäftshaus mit Kino in Kerpen.
Und auch dem Dormacenter räumt er gute Zukunftschancen ein, wenn der Preis stimmt. „Dort muss einiges investiert werden und die Gewinne sind begrenzt, deshalb darf die Immobilie einfach nicht zuviel kosten“, sagt er. Auch nach der zweiten gescheiterten Versteigerung will er jedoch mit der Gläubigerbank und der Stadt in Kontakt bleiben, um die weitere Entwicklung zu verfolgen. „Vielleicht werden wir noch handelseinig“, sagt er.
Hoffnungen, einen höheren Kaufpreis zu erzielen, setzt die BAG offensichtlich in die Aktiengesellschaft Nano Invest, die erst vor wenigen Wochen in ihrer jetzigen Form gegründet worden ist. Sie wollte am Donnerstag Gebote abgeben, wurde jedoch nicht zugelassen, weil sie noch nicht ins Handelsregister eingetragen ist. Dies sei jedoch nur eine Frage weniger Wochen, betonte einer der Vertreter.
Auch dieser Investor möchte mit einem Supermarkt als Ankermieter arbeiten, und auch er sieht die Parkplatzsituation als das Hauptproblem. Eine ähnliche Position vertritt Procom. Das Hamburger Unternehmen hatte das Dormacenter im Sommer für 4,8 Millionen Euro gekauft und war Ende des Jahres von diesem Verkauf wieder zurückgetreten. Der Grund: die Parkplätze. „Auch Procom hat jedoch nach wie vor Interesse und ist in Gesprächen mit den Anwohnern“, erklärte am Donnerstag Klemens Albers, Vertreter der BAG.
Angedacht ist, Parkflächen neben dem Dormacenter dazu zu kaufen, um dort ein Parkhaus zu errichten. „Diese Grundstücke liegen jedoch nicht in einer Hand, sondern gehören zehn bis zwölf Eigentümern, das macht die Verhandlungen nicht leichter“, sagt Wirtschaftsförderer Bernd Blochwitz. Nicht für die Bank, auch für die Stadt sei die jetzige Situation äußerst unbefriedigend. „Wir wären sehr froh, wenn es endlich eine Lösung gäbe, damit das Dormacenter aus den negativen Schlagzeilen heraus kommt“, so der Wirtschaftsförderer.
Ein Teil der Mieter sieht das offenbar ähnlich. In das Gebäude müsse dringend Geld gesteckt werden, denn durch den Leerstand und die schlechte Isolierung entwickelten sich die ohnehin gestiegenen Nebenkosten immer mehr zum Problem, hieß es am Rand des Versteigerungstermins. Einen dritten Versuch soll es im Mai geben.
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