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Dormagen: Dormagen braucht neue Jobs

zuletzt aktualisiert: 12.08.2010

Dormagen (NGZ). Sommerinterview Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann (63) über sein Jahr nach der Wahl, seinen Umgang mit Kritik, sein Verhältnis zur SPD und die Bedeutung neuer Gewerbegebiete für die Stadt.

Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann kann sich durchaus vorstellen, im Jahre 2015 bei der nächsten Kommunalwahl noch einmal anzutreten.  Foto: NGZ
Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann kann sich durchaus vorstellen, im Jahre 2015 bei der nächsten Kommunalwahl noch einmal anzutreten. Foto: NGZ

Herr Hoffmann, Sie sind vor einem Jahr gewählt worden und seit zehn Monaten im Amt. Was sehen Sie als größten Erfolg?

Peter-Olaf Hoffmann Sicherlich einer der wichtigsten Fortschritte ist, dass die Diskussion über neue Gewerbegebiete angestoßen wurde. Ich habe Verständnis für den Widerstand der Bürger gegen die Pläne für den Kohnacker und finde es gut, dass dadurch eine Diskussion angeregt wurde, wo künftig Gewerbe angesiedelt werden soll. Ich habe die Verpflichtung dafür zu sorgen, dass in der Stadt auch in zehn Jahren genügend Arbeitsplätze vorhanden sind.

Info

Peter-Olaf Hoffmann

Peter-Olaf Hoffmann wurde vor 63 Jahren in St.Peter-Ording geboren.

Er studierte Jura in Freiburg, wo er auch Ehefrau Bärbel kennenlernte. Er war tätig als Richter und zuletzt Geschäftsführer der Kölner Abfallverwertung.

Und weiter?

Hoffmann Da gibt es eine ganze Reihe weiterer Punkte, zum Beispiel die Entwicklung der Frankenstraße als einem der letzten innerstädtischen Filetstücke.

Aber in Düsseldorf gibt es eine neue Regierungspräsidentin mit grünem Parteibuch. Besteht nicht die Gefahr einer weiteren Zurückhaltung gegenüber neuem Gewerbe?

Hoffmann Ich habe die künftige Regierungspräsidentin Anne Lütkes während meiner Zeit als AVG-Geschäftsführer in Köln als sehr pragmatisch erlebt, ohne ideologische Zielrichtung.

Wie war der Wechsel von einem Unternehmen an die Verwaltungsspitze?

Hoffmann Die Dormagener Verwaltung war und ist hoch motiviert. Es bereitet große Freude, dort zu arbeiten. Allerdings gibt es einen gravierenden Unterschied zu meiner früheren Tätigkeit: Alle Entscheidungen werden im Dreiklang von Rat, Verwaltung und Bürgermeister getroffen. Und vieles hat direkte Auswirkungen auf den Bürger, steht damit in der öffentlichen Beurteilung – und auch in der Kritik.

Wie gehen Sie mit der Kritik um, die Ihnen zum Beispiel in der Dezernentenfrage oder jetzt aktuell bei der Diskussion um die Alte Schule in Hackenbroich entgegenschlägt?

Hoffmann Ich kann mit berechtigter Kritik gut leben und bin auch bereit, meine Entscheidungen bei besseren Argumenten zu revidieren. Allerdings muss sich eine Opposition in einem Stadtrat auch bewusst sein, dass sie letztlich auch Teil der Stadtverwaltung ist.

Haben Sie sich über die Opposition geärgert?

Hoffmann Ich bin deutlich gelassener geworden als früher. Dennoch: Geärgert hat mich die populistische Art des Zentrums bei der Beigeordnetenfrage. In dieser Diskussion war auch die SPD nicht fair. Sie hatte vorher in der großen Koalition mit der CDU stets behauptet, die Verwaltungsspitze sei mit Bürgermeister und einem Beigeordnetem völlig unterbesetzt. Nach der Wahl war dann bei den Sozialdemokraten keine Rede mehr davon. Die SPD hatte sich populistisch gedreht.

Wie ist Ihr Verhältnis zur SPD?

Hoffmann Offen. Ich schätze den Fraktionsvorsitzenden Bernhard Schmitt. In der SPD gibt es auch immer mehr "Junge Wilde", die mitreden. Ihnen muss man einiges nachsehen. Auch ich zählte vor 30 Jahren zu den "Jungen Wilden".

Wie empfinden Sie den Rückhalt in der Jamaika-Koalition?

Hoffmann Das ist eine sichere Basis, auf der sich arbeiten lässt.

Fühlen Sie sich nicht manchmal im Stich gelassen, zum Beispiel, als die Koalition die Beigeordnetenfrage nach der Ankündigung des Bürgerbegehrens zurückgezogen hatte?

Hoffmann Dieses Vorgehen war in vollem Umfang mit mir abgestimmt. Es hätte keinen Sinn gehabt, das Bürgerbegehren in der Zeit des Landtagswahlkampfes laufen zu lassen.

Wie sehen Sie die Haushaltssituation?

Hoffmann Ich sehe es als ein großes Verdienst der Politik und der Verwaltung an, dass wir den Doppelhaushalt bis Ende 2011 verabschiedet haben. Das gibt Planungssicherheit.

Mit welcher Perspektive?

Hoffmann Die jüngsten Zahlen geben Anlass zu der Hoffnung, dass wir Sicherheit auch über 2011 hinaus gewinnen können, um weiter zu planen, ohne in die Fremdbestimmung des Haushaltssicherungskonzeptes abzurutschen.

Haben Sie Ihren Schritt, als Bürgermeister in Dormagen zu wirken, je bereut?

Hoffmann Nein, keine Sekunde. Im Gegenteil: Ich überlege, 2015 noch einmal anzutreten, wenn es meine Gesundheit erlaubt und rechtlich möglich ist.

Chris Stoffels und Marcus Hammes führten das Gespräch in der NGZ-Redaktion Dormagen.

Quelle: NGZ


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