Dormagen (NGZ). Die Deutsch-Indische Gesellschaft Neuss-Dormagen e.V. (DIG) versucht durch Spenden und Engagement die Armut in Indien zu bekämpfen. Stella Pathrose-Fiedler sorgt für direkten Kontakt zwischen Betroffenen und Spendern.
Wenn's um Spenden für ärmere Länder geht, verhält es sich mit der Mentalität der Bürger häufig so: "Eine so kleine Spende hilft doch nicht", "es gibt schon genug Spenden" oder "als Pate schicke ich nur Geld und kriege nichts mit". Bei der Deutsch-Indischen Gesellschaft Neuss-Dormagen e.V. (DIG) ist das Gegenteil der Fall. "Transparenz ist uns sehr wichtig", sagt Stella Pathrose-Fiedler, gebürtige Inderin und Vorsitzende der DIG, die nun auch in Dormagen sesshaft ist.
Die Zweiggesellschaft ging aus einem Freundeskreis von indischen Einwanderern und Deutschen hervor, die sich kennenlernten und gegenseitig austauschten. Pathrose-Fiedler ist Mitgründerin und sehr engagiert in Indien, mindestens zwei Mal im Jahr befindet sie sich im Südwesten Indiens – und kennt die Sorgen und Nöte vor Ort.
Die Gesellschaft
Die DIG wurde im Jahr 1953 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, die Beziehungen zwischen Indien und Deutschland zu pflegen. Sie hat ihren Hauptsitz in Stuttgart und 34 Zweiggesellschaften in Deutschland mit 3500 Mitgliedern. Die Vorsitzenden treffen sich regelmäßig in Stuttgart.
Arme Familien leiden sehr unter der Benachteiligung in der Gesellschaft, während es sich Touristen und Reiche im "Palmenparadies" Kerala gutgehen lassen. Die Frauen verdienen kaum mehr als einen Euro pro Tag, Kinder müssen bei der Arbeit helfen. Fehlende medizinische Versorgung hat chronische Krankheiten zur Folge. Die große Kluft zwischen Arm und Reich hat Pathrose-Fiedler angespornt, zu helfen. "Dabei ist der kulturelle Austausch und eine stetige Verbindung zueinander sehr wichtig", sagt sie. Sie garantiere, dass die Spende 1:1 an die Kinder und Familien geht.
Da die DIG sich auf ein kleineres Gebiet in Kerala, die Küstenregion Kollam, konzentriert, hat jeder Geldbetrag eine große Wirkung. Mit 2500 Euro lässt sich in Indien ein Haus mit sanitärer Einrichtung bauen, für 500 Euro ein Haus neu sanieren. Auch den Kindern lässt sich als Pate leichter helfen: Für 360 Euro im Jahr kann ein Kind mit Schulgeld und Schulspeisung sowie medizinischer Hilfe versorgt werden. Jede Spende, egal in welcher Höhe, hilft den Bewohnern der Südwestküste – nicht nur in Ausnahmesituationen wie dem Tsunami 2004, wo etwa durch Spenden aus Friesland Häuser errichtet werden konnten. Davor stehen Tafeln, auf denen unter dem Motto "coast helps coast" steht: "Donated by the people of Frisia - Germany".
Da die Kinder durch ihre Schulausbildung früh Englisch lernen, können sie Briefe und Berichte nach Deutschland zu den Paten schicken und ihre Fotos zeigen. "So kommt ein Austausch der Kulturen in Gang."
Um die Menschen auf die Situation in Indien aufmerksam zu machen, organisiert die DIG Kulturveranstaltungen und Vorträge rund um Kunst, Religion, Musik- und Tanzkultur, aber auch Reiseberichte und Fotopräsentationen. Die nächste Veranstaltung findet voraussichtlich am 14. November in der Kulturhalle statt.
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