Dormagen (NGZ). Kinderprinz Bianka I., Bauer André und Jungfrau Michelle sind das erste Kinderdreigestirn Dormagens. Sie erzählen, wie sie zu ihrem Amt gekommen sind und warum der Prinz ein Mädchen ist.
Mini-Tollität: Wer will?
Gesucht Die KG Ahl Dormagener Junge sucht für die nächste Session noch ein Kinderdreigestirn.
Bewerben kann sich jeder kleine Jeck zwischen zehn und 14 Jahren.
Kontakt Andrea Schott, Tel. 02133 478851; jugendwart@kgadj.de.
Voraussetzung "Jeck, jeck und nochmals jeck müssen die Kandidaten sein", so Schott.
Sie strahlen mit der Sonne um die Wette, die endlich mal hinter den Wolken hervorlugt und sind ganz hibbelig: Kinderprinz Bianka I. (Kosbab), Bauer André (Kolfenbach) und Jungfrau Michelle (Kolfenbach) steht der 26. Auftritt bevor. Lampenfieber haben die drei nicht mehr – zumindest nicht mehr so doll wie vor ihrem ersten Auftritt, der Proklamation.
"Da mussten wir zwei Stunden warten. Im Keller. Wir sind ganz nervös geworden", erzählt Prinz Bianka. Ein weiblicher Prinz? "Klar, warum nicht!", sagt die 13-Jährige. "Wir machen alles neu. Erstes Kinderdreigestirn, erster Prinz, der von einem Mädchen dargestellt wird – ich habe da kein Problem mit. Und ich habe auch noch niemanden getroffen, der das komisch fand. Die große Jungfrau ist ja auch ein Mann...".
Überhaupt sind die drei Dormagener Mini-Tollitäten sehr entspannt. Biankas Papa Uwe Kosbab war 2003 Bauer im "großen" Dreigestirn und wollte seiner Tochter diese tolle Erfahrung nicht vorenthalten. Und da die Schülerin schon seit sieben Jahren bei der "KG Ahl Dormagener Junge" tanzt, war sie sofort begeistert.
"Ich habe mit André und Michelle gesprochen, ob wir das zu dritt machen wollen. Wir sind ja Freunde. Dann haben wir direkt die Rollen verteilt. André musste Bauer werden, das war sofort klar. Michelle wollte Jungfrau sein. Und dann bin ich Prinz geworden."
Andrés und Michelles Mama ist immer dabei, spielt für die Mini-Tollitäten den Fahrer. Zum ersten Mal werden die drei auch richtig betreut. Das übernimmt Andrea Schott, Jugendwart bei den Ahl Dormagener Junge. "Die machen das super", konstatiert Schott. "Alle sind ganz begeistert. Und alle nehmen die drei wirklich sehr herzlich auf."
André und Bianka, die in die siebte und achte Klasse der Gesamtschule Nievenheim gehen, haben normalerweise donnerstags nachmittags Unterricht, für ihre jecken Termin werden die beiden aber beurlaubt. Und auch Michelle hat keine Probleme, Karneval und Schule unter einen Hut zu kriegen.
Mittlerweile hat die Zeit als "Dreigestirnchen" ihren Tribut gefordert: Alle drei sind ein bisschen erkältet, ein bisschen dauermüde, ein bisschen schlapp. Aber alle drei sind auch Kämpfer und wollen tapfer durchhalten. "Ich kann gar nicht glauben, dass nächste Woche alles schon wieder vorbei sein soll", sagt Mini-Bauer André. "Das war 'ne richtig kurze Session. Und das macht mich echt traurig." Aber Michelle verrät: "Wir haben schon überlegt, dass wir's nächstes Jahr einfach nochmal machen. Hoffentlich passen die Ornate dann noch."
Bis dahin stehen aber erstmal Weiberfastnacht am Donnerstag und der große Zoch am Samstag bevor. "Da sind wir auf 'nem Wagen und das wird auf jeden Fall der Höhepunkt", ind sich die drei einig. Also: Dormagen alaaf!
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