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Zwei Einakter von Slawomir Mrosek: Drama über den Hirsch, den keiner sieht

zuletzt aktualisiert: 12.09.2003 - 21:09

Zwei Einakter von Slawomir Mrosek (NGZ). "Ein Abend - zwei Stücke", so lautet das Motto Samstag Abend zum dritten und letzten Mal ab 20 Uhr in der Theaterscheune. Beide Dramen stammen aus der Feder des polnischen Autors Slawomir Mrosek und werden vom Galerie-Theater Zons auf die Bühne gebracht: Urkomisch, skurril, ja bisweilen grotesk.

So kennt das Stammpublikum das Zonser Ensemble unter Leitung von Hans-Willi Schmidt, das bereits mehrfach Mrosek gespielt hat. Zum Ende des Theatersommers präsentiert sich das Galerie-Theater noch einmal fast komplett auf der Bühne in der Theaterscheune. Mit den beiden Mrosek-Dramen "Der Hirsch" und "Eine wundersame Nacht" lädt das Ensemble sein Publikum zum Gipfelsturm mit der Bergbahn ein, um anschließend zwei Kollegen auf Dienstreise durch eine ereignisreiche Nacht im Hotelzimmer zu begleiten.

Die halbstündige Komödie zum Auftakt des Theaterabends spielt in einer gewöhnlichen Bergbahn. Alle Passagiere wollen den Hirsch sehen und drücken sich - mal auf der rechten, mal auf der linken Seite - die Nasen an den Fensterscheiben platt, um unisono in Verzückung zu geraten, wenn das Tier vermeintlich am Horizont auftaucht.

Zu sehen ist jedoch nichts. Der einzige Passagier (Jochen Marsch), der es wagt dies auszusprechen, wird plötzlich zur Zielscheibe von moralischen Vorwürfen aller übrigen Mitfahrer. Die skurrile Situation ist die passende Einstimmung auf die groteske Komik des anschließenden Einakters "Eine wundersame Nacht". Mit diesem Stück feierte das Galerie Theater bereits an der Zonser Mauerstraße Erfolge.

Jetzt erleben die beiden Kollegen (Thomas Klein und Georg Wawerek) erneut merkwürdige Dinge auf ihrer Dienstreise. Nach einem anstrengenden Tag freuen sich beide auf die wohlverdiente Nachtruhe. Doch an Schlaf ist nicht zu denken: Erst quält eine kaputte Feder in der Matratze, dann donnert ein Zug mit ohrenbetäubendem Lärm am Fenster vorbei, und schließlich erscheinen den beiden Männern weibliche Traumgestalten, die sie zur Verzweiflung bringen.

Wer träumt wen? Was ist Realität, was Fantasie? Der Dialog gipfelt in philosophischen Betrachtungen und schließt mit der Erkenntnis: "Wir existieren überhaupt nicht." feh

Quelle: NGZ


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