Dormagen (NGZ). Dormagen Es ist ein Modell, das bei den Freiwilligen Feuerwehren sicherlich keinen Ansturm auslösen wird, aber es ist ein Modell, das den ehrenamtlichen, körperlichen Einsatz der Feuerwehrleute honoriert: das „Hürther-Modell“. Dabei handelt es sich um ein kommunales Entschädigungssystem auf Rentenbasis, das jetzt auch in Dormagen geprüft und möglicherweise umgesetzt wird. „Wir müssen Anreize für das Ehrenamt schaffen“, sagt Sabine Voss, Leiterin der Feuer- und Rettungswache Dormagen, „ob das mit diesem Modell machbar ist, untersuchen wir derzeit.“
Bereits im Einsatz ist das Hürther-Modell in der gleichnamigen Stadt, wo es vom Stadtbrandmeister Friedhelm Wolter seit 2002 konzipiert und durchgesetzt wurde. „Letztendlich eingeführt wurde dieses System erst in diesem Jahr, da es vorher einige Hürden zu überwinden gab.“ Schließlich muss das Ganze auch finanziert werden, denn die Stadt zahlt für jede Einsatzstunde 7,50 Euro ein, für eine Übungsstunde 1,50 Euro. „Die Rentenhöhe richtet sich also für jeden freiwilligen Feuerwehrmann nach seiner Einsatzbereitschaft“, erklärt Wolter. Dabei sei nicht zu vergessen, wie viele Kosten jährlich durch die Freiwillige Feuerwehr eingespart würden, die sonst in hauptamtliche Rettungskräfte investiert werden.
Angeregt wurde die Diskussion in Dormagen durch die örtliche CDU, ein Prüfauftrag für den nächsten Hauptausschuss wurde bereits bei der Verwaltung eingereicht. Denn es sei einerseits nicht zu unterschätzen, von welcher Bedeutung die Freiwillige Feuerwehr für die Sicherheit ist und andererseits, was sich für ein gesellschaftlicher Wandel vollzogen hat. „Tagsüber sind die Menschen oftmals an Arbeitsstätten, die außerhalb des Dormagener Stadtgebietes liegen“, erläutert CDU-Feuerwehrexperte Heinz Hahn die Situation. „Hinzu kommt, dass immer mehr Arbeitgeber es nicht gerne sehen, wenn ihr Mitarbeiter plötzlich den Arbeitsplatz verlässt, auch wenn es darum geht, Menschen zu retten, Brände zu löschen, oder wenn vielleicht technische Hilfen bei Unfällen zu leisten sind.“
Ein ganz wichtiger Punkt im Hürther-Modell: Wer vor dem gesetzlichen Rentenalter aussteigt bekommt kein Geld. „Die bis dahin angesparte Summe wird auf alle anderen Beteiligten gleichmäßig verteilt“, so der Hürther Stadtbrandmeister Wolter, „ausgenommen sind natürlich krankheitsbedingte Ausfälle.“ Zu der Aktivitätspauschale kommt ein monatlicher Sockelbetrag von 15 Euro für die Mitglieder, die an mindestens einem Viertel der Übungen und Einsätze teilgenommen haben. Die jährlichen Kosten für die Stadt betragen in etwa 50 000 Euro.
„Bei 270 Stunden im Jahr kommt so beispielsweise nach 25 Jahren eine Garantierente von 120 Euro monatlich zuzüglich Überschussanteilen zusammen“, erklärt Unionspolitiker Hermann Harig, „der freiwillige Feuerwehrmann hat auch die Möglichkeit, sich einen einmaligen Betrag auszahlen zu lassen, in diesem Fall etwa 30 000 Euro.“ Der Hürther Stadtbrandmeister Friedhelm Wolter geht davon aus, dass in zehn Jahren die Hälfte aller Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland mit dem System arbeitet.
In Hürth ist das Modell bereits sehr positiv aufgenommen worden und wird neben Dormagen auch in vielen weiteren Städten diskutiert. „Aber momentan liegt erstmal die Idee auf dem Tisch“, stellt Dormagens Feuerwehr-Chefin Sabine Voss klar, „und wir müssen jetzt einfach mal die Prüfung abwarten.“
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