Dormagen (NGZ). Rund 24 000 Stolpersteine hat der Kölner Künstler Gunter Demnig weltweit bereits verlegt. Angesichts der Zahl der in der Nazi-Zeit ermordeten Juden und Oppositionellen kann das nur ein Anfang des Gedenkens sein, sagt Demnig. Wohl wahr. Gleichwohl: Gerade weil es so schwierig ist, zu entscheiden, an wessen Schicksal mit einem Stolperstein erinnert werden soll und in welchen Fällen man darauf verzichtet oder andere Formen der Erinnerung wählt, muss man sich das damalige Geschehen ganz genau anschauen – so weit es rekonstruierbar ist. Das gebietet der Respekt vor den Opfern.
Es geht ja bei Stolpersteinen und dem Gedenken an Leid und Verfolgung nicht um billige Betroffenheits-Gesten, sondern um ein kollektives Bekenntnis zur gemeinsamen Verantwortung für unsere Geschichte – und dafür, dass sie ihre dunkelsten Kapitel nicht wiederholen. Das gilt auch in Dormagen, wo man, ohne dem Ergebnis der weiteren Prüfung im Fall Junghans vorzugreifen, festhalten darf: Die Absage der Stolperstein-Verlegung auf Basis der späten Bedenken aus dem Kreisarchiv ist sehr unglücklich gelaufen. Heiko Schmitz
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