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Dormagen: Eine Stiftung für die Zukunft

VON MARION DREISCHER - zuletzt aktualisiert: 08.10.2007 - 21:30

Dormagen (NGZ). Knechtsteden Sie wollen sicher gehen, dass ihre Werke und Kulturgüter eine Zukunft haben, dass armen und hilflosen Menschen dauerhaft geholfen wird. Als Zeichen dafür haben die Spiritaner jetzt eine Stiftung gegründet. „Mit der Spiritaner-Stiftung kann die Deutsche Provinz ihren Auftrag weiterführen“, verkündete am Montag Provinzial Pater Bruno Trächtler in der Bibliothek des Klosters Knechtsteden bei der Vertragsunterzeichnung. Dahinter steht die Überzeugung der Patres und Brüder, dass die Frage der Armen und der aus der Gesellschaft Ausgeschlossenen von immer größerer Bedeutung ist - gerade auch in Deutschland.

Unterzeichneten gestern die Verträge für die Spiritaner- Stiftung (v.l.n.r.): Pater Alfons Wehrle, Pater Norbert Merkel, Pater Michael Wegner, Pater Bruno Trächtler, Dr. Michael Stemmler, Pater Franz Moldan und Pater Konrad Breidenbach.  Foto: NGZ
Unterzeichneten gestern die Verträge für die Spiritaner- Stiftung (v.l.n.r.): Pater Alfons Wehrle, Pater Norbert Merkel, Pater Michael Wegner, Pater Bruno Trächtler, Dr. Michael Stemmler, Pater Franz Moldan und Pater Konrad Breidenbach. Foto: NGZ

Einzigartig in Europa

Beschlossen wurde die Stiftungsgründung schon im Juli 2006, als sich die höchste Instanz der deutschen Spiritaner, das Provinzkapitel, zu diesem in der Kongregation bisher einmaligen Schritt mit eindeutiger Mehrheit entschied. Die Idee zur Stiftungsgründung entstand nicht zuletzt wegen des mangelnden Nachwuchses und der Überalterung der Gemeinschaft. Pater Bruno: „So ist sichergestellt, dass unsere Arbeit fortgeführt wird.“ Denn selbst dann, wenn es möglicherweise keinen Spiritaner mehr in Deutschland geben sollte, werde die Stiftung den missionarischen Auftrag im Geist der beiden Gründer Claude François Poullart des Places und Franz Maria Paul Libermann in Deutschland weiter führen. Außerdem trage die Stiftungsgründung zur Entlastung der Spiritaner bei.

Info
Der Name „Spiritaner“

Spiritaner leitet sich vom lateinischen Wort „spiritus“ (Geist) ab. Damit wird
der eigentliche Ordensname - Missionsgesellschaft vom Heiligen Geist unter dem
Schutz des Unbefleckten Herzens Mariens - auf eine aussprechbare Kürze gebracht. In Latein heißt das ganze „Congregatio Sancti Spiritus“. Daraus setzt sich auch das Ordenskürzel „CSSp“ zusammen, das häufig hinter den Namen der Mitglieder steht.

Geschäftsführer der neuen Stiftung werden neben dem Provinzial der Spiritaner noch Dr. Michael Stemmler (Geschäftsführer der Deutschen Provinz) und der Obere des europäischen Ordensbezirkes. „Diese Gründung ist einzigartig in Europa und birgt natürlich auch einige Ängste vor dem Unbekannten“, sagte Stemmler am Montag , „aber neue Wege entstehen dadurch, dass man sie geht, und so gibt es neben den Ängsten auch Hoffnung.“

Gehandelt werden soll vor allem da, wo die Armut am größten ist. „Die Stiftung hilft Armen und von der Gesellschaft ausgeschlossenen Menschen, solche, zu denen sonst keiner gehen will“, heißt es in der Präambel, aus der Provinzsekretärin Belinda Peters unmittelbar nach der Vertragsunterzeichung vorlas. Die drei ersten Werke, die die Spiritaner-Stiftung unterstützt, konnten bereits am Montag benannt werden: das Heilig-Geist-Gymnasium in Würselen, das „Notel“ (Notschlafstelle für Drogenabhängige) in Köln und das Stuttgarter Programm „Missionar auf Zeit“, bei dem junge Menschen ab 18 Jahren die Möglichkeit erhalten, auf einer Missionsstation in Afrika oder Lateinamerika für ein Jahr oder für drei Jahre mitzuarbeiten. „Es werden aber noch mehr Projekte dazukommen“, erklärt Pater Bruno, „im nächsten Sommer werden wir wohl zwei weitere präsentieren können.“

Bis die offizielle Urkunde an die Spiritaner übergeben wird, dauert es aber noch ein bisschen. Denn wie bei der Gründung einer kirchlichen Stiftung üblich, gehen die Dokumente erst zum Erzbistum nach Köln und dann zur Prüfung zum Regierungspräsidenten und zum Finanzamt. „Schief gehen kann aber nichts mehr“, erklärt Pater Bruno, „rechtlich wurde im Vorfeld schon alles geprüft.“ Deswegen steht auch die Übergabe der Urkunde schon fest: am 3. Dezember in einem feierlichen Festakt im Kloster.

Quelle: NGZ


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