Dormagen (NGZ). Knechtsteden Der Name ist neu, in Sachen künstlerischer Qualität bleibt jedoch alles beim Alten: Das Festival Alte Musik in Knechtsteden lädt vom 21. bis 29. September wieder zu acht Veranstaltungen in die romanische Basilika und ihre Nebengebäude ein.
„Wir hoffen, mit dem neuen Namen und dem neu erstellten Flyer noch mehr Leute ansprechen zu können“, sagt Festivalleiter Hermann Max, „denn alte Musik ist nicht festgefahren, wie viele Leute meinen, sie ist beweglich und innovativ.“ Thema sind in diesem Jahr die beiden Komponisten Johann Sebastian Bach und Georg Philip Telemann. „Nicht jedem ist Telemann ein Begriff, aber in Fachkreisen wird er sehr geschätzt“, so Max, „er ist ein toller Komponist.“
Fünf der acht Konzerte im Kloster Knechtsteden nehmen auf Bach und Telemann Bezug: Nach der Eröffnung am Freitag durch „The King’s Singers“ in der Basilika stellt Hermann Max am Samstag die Rekonstruktion des Melodrams „Cephalus und Prokris“ von Johann Michael Bach, einem Mitglied der Bach-Familie, vor und kombiniert dies mit der vergnüglichen Posse „Pimpinone“ von Georg Philipp Telemann. „Telemann hatte sehr viel Humor und das zeigt er in diesem Stück“, gibt der Fachmann einen Einblick in das Konzert.
Bürgermeister Heinz Hilgers schätzt nicht nur die Veranstaltung im Kloster Knechtsteden, sondern vor allem die weitere Zusammenarbeit mit Hermann Max, der vor wenigen Monaten von Dormagen nach Bremen gezogen ist. „Ich bin sehr dankbar, dass nicht nur die Sponsoren, sondern auch Hermann Max weiterhin dabei ist“, so Hilgers, „denn ohne ihn würde es diese Veranstaltung nicht geben.“ Die Vielzahl an Menschen, die diese Musikwoche über die Grenzen Dormagens hinaus erreicht, sei laut Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke nicht zu unterschätzen. „Dieses Festival bringt den Rhein-Kreis weiter nach vorne“, so Petrauschke.
Hermann Max selber freut sich vor allem auf die „Bürgerkapitänsmusik“, die den Abschluss des Festival Alte Musik bilden wird. Ein Höhepunkt ist für den Kirchenmusiker aber auch Bachs „Messe in h-moll“, die er als „größtes Kunstwerk aller Zeiten“ bezeichnet und gemeinsam mit der Rheinischen Kantorei und dem Orchester „Das Kleine Konzert“ am Dienstag aufführt.
Sondervorstellungen für Kinder
Für Kinder und Jugendliche gibt es in diesem Jahr am zweiten Tag des Festivals ein ganz eigenes Programm: Von Telemanns „Schulmeisterkantante“ bis zu Violin-Fantasien rund um Michael Endes Geschichte von der Schildkröte Tranquilla Trampeltreu. „Der Kindertag liegt mir sehr am Herzen und wird nächstes Jahr noch erweitert“, erzählt Max, „denn klassische Musik muss nicht langweilig sein, sie muss nur kindgerecht dargestellt werden.“ Neben den drei Konzerten gibt es auf der Klosteranlage verschiedene Spielangebote, wo sich die Kinder und Jugendlichen vom Stillsitzen erholen können. Außerdem wird eine Führung durch den Kräutergarten des Klosters angeboten - riechen und schmecken inklusive.
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