Dormagen (NGZO). Die gute Nachricht zuerst: Es gab keine Verletzten und keinen Schaden. Doch was war passiert am Rangierbahnhof des Chemparks in unmittelbarer Nähe zu den Häusern an der Schiller- und Gneisenaustraße? Zig Feuerwehr- und Polizeiwagen waren am Donnerstag gegen 15.15 Uhr zum Rangierbahnhof gerast.
Die Werksfeuerwehr des Chemparks und die städtische Wehr waren vor Ort. Die Ursache: Ein Mitarbeitet von Chemion, der Logistik-Tochter von Chempark-Betreiber Currenta, hatte Giftiges gerochen. Benjamin Schütz, Pressesprecher von Currenta: "Wir hatten nur die eine Meldung – das reicht für ein Ausrücken, um höchste Sicherheit zu garantieren."
Die Männer der Wehren stellten fest, dass es nach Aceton roch. Dieses Lösungsmittel, das zu Hautreizungen und Kopfschmerzen führt, hatte ein Kesselwagen geladen, der bereits entleert war. Schnellstmöglich wurde der Wagen aus dem Wohnviertel in den Werkbereich gefahren und untersucht. "Offenbar hat es eine kleine Leckage gegeben, die zu der Geruchswahrnehmung führte", so Schütz.
Der Messwagen fährt heraus, gibt Entwarnung. Schütz: "Es hat zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden, alle Messergebnisse waren völlig unauffällig." Auf der Straße diskutieren derweil die Bürger. Sie stehen fassungslos dem Großaufgebot der Rettungskräfte gegenüber – und bekommen keine Informationen.
Hans-Theo Wolodko (61): "Wir wussten überhaupt nicht, was los war." Erst ein ehemaliger Kollege raunt ihm zu: "Da ist ein Kesselwagen leck geschlagen." Nichts darüber, ob und was ausgelaufen ist. Viele andere Bürger erfahren überhaupt nicht, was los ist. Auch die Medien werden nicht unterrichtet. Currenta-Pressesprecher Rolf Radermacher: "Es war ja am Ende nichts passiert. Es gab letztlich nur eine Geruchswahrnehmung."
Horst Löchelt von den Bürgern für Dormagen (BfD) hat schon vor Jahren vor der Nähe zwischen Rangierbahnhof mit gefährlichen Chemikalien und dem Wohnviertel Schillerstraße gewarnt. Er hält diese Lage für sehr gefährlich.
Allerdings ist der Vorfall am Donnerstag der erste Alarm seit Jahren. Und auch Hans-Theo Wolodko und andere Bürger an der Schiller- und Gneisenaustraße sagen: "Wir fühlen uns sicher hier. Es gelten dort sehr hohe Sicherheitsstandards."
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