Dormagen (NGZ). Das "Netzwerk für Familien" soll erweitert werden. Das wünscht sich Sozialdezernent Gerd Trzeszkowski. Mit der Weiterentwicklung für Jugendliche soll der Übergang von Schule in den Beruf noch besser begleitet werden.
Mit dem "Dormagener Modell", mit dem die Stadtverwaltung das Kindeswohl gestärkt hat, hat die Stadt Dormagen bundesweit eine Vorreiterrolle in der Prävention von familiärer Gewalt und Kindesmissbrauch eingenommen. Jetzt plant die Verwaltung eine Fortschreibung, mit der sie Jugendliche zum Schulabschluss und in einen Ausbildungsplatz begleiten möchte. Sozialdezernent Gerd Trzeszkowski betont: "Wir möchten mehr Hilfestellungen für Jugendliche geben, damit sie einen Beruf ausüben können."
"Es gibt in Dormagen viele gute Angebote, die Schülern helfen, einen Job zu finden", sagt Gerd Trzeszkowski. Allerdings möchte er diese Angebote noch weiter vernetzen, um vor allem Hauptschülern eine noch bessere Chance zu bieten.
Lerntrainer
Projekt Wirtschaft und Schule
Träger Dormagener Sozialdienst gGmbH
Paten Ehrenamtler unterstützen Schüler beim Lernen und dem Übergang in die Ausbildung. Sie geben Erfahrungen, Kenntnisse und Fähigkeiten weiter
Kontakt Gudrun Freitag, Projektleiterin, Tel. 02133 257391
Das "Netzwerk für Familien" (NEF), wie das "Dormager Modell" bezeichnet wird, soll zum "NEF II" ausgebaut werden: Dabei denkt Trzeszkowski an Angebote wie die Lerntrainer im Projekt "Wirtschaft und Schule" der Dormagener Sozialdienst gGmbh (DOS), niederschwellige Treffs in den Stadtteilen durch NEF, Ausbildungsbörsen oder Praktika-Vermittlung durch pensionierte Paten. "Wir wollen gemeinsam mit allen, die sich um Ausbildung sorgen, praxisorientierte Angebote entwickeln und die Jugendlichen so optimal fördern", sagt der Schuldezernent. Dabei gehe es auch darum, Jugendliche darin zu unterstützen, ihren Schulabschluss zu machen.
Diese verstärkten Bemühungen um Schüler unterstützt Klaus Krützen, Leiter der Hermann-Gmeiner-Hauptschule: "Der Bedarf ist groß. Wir merken immer wieder, dass wir die Schüler ausbildungsfit machen müssen." Das bedeute mehr Bewerbungstrainings und den Ausgleich sozialer Defizite – wie fehlender Respekt oder Unpünktlichkeit.
Jugendlichen zu helfen, ihren Weg ins Arbeitsleben zu finden, ist Aufgabe der Agentur für Arbeit. Daher sieht Pressesprecherin Karin Schliffke alles, was Jugendliche fördert, positiv: "Beratungen und Infos müssen kompetent sein", betont sie. Die Arbeitsagentur kooperiere für Ausbildungsprojekte gern mit dem Rhein-Kreis, den jeweiligen Städten und den Partnern IHK und Kreishandwerkerschaft.
"Offene Türen" rennt der Sozialdezernent bei Hans Scholten, dem Direktor des Jugendhilfezentrums Raphaelshaus ein: "Es ist sehr richtig, auch die Jugendlichen in den Fokus zu nehmen", lobt Scholten die Erweiterung des sozialpolitischen Frühwarnsystems für Kinder auf Hilfen für Jugendliche: "Dann könnte Dormagen auch bei der Förderung der Jugendlichen eine Vorreiterrolle übernehmen wie beim Dormagener Modell für Kinder."
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