Dormagen (NGZ). Dormagen Unterrichtsausfall wird zur Regel. Mit diesen deutlichen Worten haben sich die Schulpflegschaften der Erich-Kästner-Grundschule und der Theodor-Angerhausen-Grundschule in Dormagen an Schulrätin Annegret Schulte gewandt. Lehrer seien überlastet, Kinder seien gegenüber ihren Mitschülern an anderen Grundschulen benachteiligt.
Bereits seit Jahren falle Unterricht an der Erich-Kästner-Schule aus - und das wollten die Eltern nicht länger hinnehmen, formulieren Barbara Vogt und Angelika Hoffmann im Namen der Eltern in einem Brief an Schulte. Im ersten Halbjahr dieses Schuljahres seien bereits rund 200 Stunden nicht gegeben worden. Grund sei, dass von neun Lehrern fünf schwerbehindert seien und damit nicht so viel unterrichten könnten.
„Der für Kinder so wichtige regelmäßige und verlässliche Tagesablauf ist bei den Unterrichtsstundenausfällen nicht mehr gegeben“, schreiben Vogt und Hoffmann. Außerdem werde der Förderunterricht nicht mehr im entsprechenden Umfang erteilt. Die Eltern sind deshalb der Ansicht, dass die Schule eine zusätzliche Planstelle braucht. Schulleiter Hans Neugroda will sich nicht zu diesen Beschwerden der Eltern äußern.
An der Theodor-Angerhausen-Schule sei die Situation nicht besser, betont die Schulpflegschaftsvorsitzender Antje Pfister. „Unsere Beschwerde richtet sich nicht gegen den Schulleiter oder die Lehrer“, sagt sie. „Wir sehen die übergeordneten Behörden in der Pflicht.“
Durch die Krankheit von Lehrern fielen viele Stunden aus, außerdem müsse der Schulleiter kommissarisch die Regenbogenschule in Rheinfeld mitbetreuen. Die Vertretungslehrer seien häufig nicht in der Lage, den Unterricht zu geben, der auf dem Stundenplan stehe.
Besonders für die vierten Klassen sei dieser Zustand mit Blick auf den anstehenden Schulwechsel „ein Desaster“. „Wir Eltern fordern eine Vertretungskraft und die Einhaltung der gesetzlich verbrieften Unterrichtsstunden“, so Pfister.
Schulrätin Annegret Schulte kann den Unmut nicht verstehen. „Von massivem Unterrichtsausfall kann keine Rede sein“, betont sie. Eben weil es mehrere schwerbehinderte Lehrer an der Erich-Kästner-Schule gebe, habe sie der Grundschule mehr Personal zugeteilt.
„Das registrieren die Eltern offensichtlich nicht“, sagt sie. Es sei jedoch schwierig, auf jede Krankmeldung kurzfristig zu reagieren. Das gelte auch für die Probleme an der Theodor-Angerhausen-Grundschule. „Ich bedauere sehr den Ton, der da angeschlagen wird, denn die Schulleiter sind sehr engagiert und bemühen sich um Lösungen“, sagt sie.
Sie sei nicht sicher, ob Unterrichtsausfall nur ein Problem an diesen beiden Grundschulen in Dormagen sei, erklärt Gaby Merks, Vorsitzende der Stadtelternschaft. Sie habe deshalb alle Mitglieder angeschrieben und um Auskunft gebeten. Das Thema soll dann bei einem Treffen mit Schulte noch einmal diskutiert werden.
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