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Dormagen: Erdenwerk zahlt Arztkosten

VON MARCUS HAMMES - zuletzt aktualisiert: 18.07.2010 - 21:30

Dormagen (NGZ). Nach der Verletzung durch eine Spritze in einem Sack Blumenerde der Firma Wilsaflor prüft Nadine Bergers nun rechtliche Schritte. Händler Thomas Philipps entschuldigt sich für Dormagener Marktleiter.

Carmen (l.) und Nadine Bergers wollen rechtliche Schritte prüfen. Bei der Gartenarbeit hatte sich die 22-Jährige Nadine an einer Spritzennadel in einem Sack Blumenerde gestochen.   Foto:  h. jazyk
Carmen (l.) und Nadine Bergers wollen rechtliche Schritte prüfen. Bei der Gartenarbeit hatte sich die 22-Jährige Nadine an einer Spritzennadel in einem Sack Blumenerde gestochen. Foto: h. jazyk

Der erste Schock ist überwunden, doch Angst und Unsicherheit sind geblieben. Vor genau drei Wochen verletzte sich Nadine Bergers bei der Gartenarbeit. In einem Klumpen Blumenerde hatte sich eine alte Spritzennadel verborgen (die NGZ berichtete). Trotz zahlreicher Arztbesuche und Tests, hat die 22-Jährige noch immer keine Gewissheit, dass sie sich nicht mit Krankheitserregern infiziert hat. In den nächsten Wochen wird die Auszubildende auf HIV getestet. Nun prüft sie rechtliche Schritte gegen den Produzenten der Blumenerde, das Erdenwerk Wilsaflor aus der Nähe von Papenburg.

Der Sonderpostenhändler Thomas Philipps, der die Erde verkauft hatte, äußerte sich jetzt in einem Brief. Darin entschuldigt sich die Hauptverwaltung für den Filialleiter des Dormagener Thomas-Philipps-Markts. Dieser hatte die junge Stürzelbergerin und die Angst um ihre Gesundheit nicht ernst genommen. Die Kanüle hatte er lachend als einfache Nähnadel abgetan. "Die Firma Wilsaflor hat alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet, um den Vorfall aufzuklären", schreibt Thomas-Philipps-Geschäftsführer Andre Philipps.

Info

Thomas Philipps

Thomas Philipps betreibt 200 Sonderpostenmärkte in der Bundesrepublik Deutschland.

Das Warensortiment des Unternehmens umfasst mehr als 8000 Artikel.

Ziel des Unternehmens ist es, "Artikel des täglichen Bedarfs in guter Qualität zu einem günstigen Preis zu verkaufen".

Das Erdenwerk selbst hatte sich seit einem Telefonat am Tag des Unglücks nicht mehr bei Nadine Bergers gemeldet. Auf die Frage, ob überhaupt noch Kontakt zu der Geschädigten bestehe, antwortete Wilsaflor-Mitarbeiter Georg Gertken gegenüber der NGZ jedoch mit ja. "Dazu, wie wir weiter vorgehen, können wir keinen Kommentar abgeben", erklärt Gertken. Wie Nadine Bergers Krankenversicherung nun mitteilte, habe das Erdenwerk die Arztrechnungen der jungen Frau übernommen. "Ordnungsgemäß wurde der Vorgang auch der Betriebshaftpflichtversicherung der Firma Wilsaflor gemeldet. Für alle Ansprüche und Ihnen entstandenen Kosten steht Ihnen diese zur Verfügung", teilt Andre Philipps mit. "Dennoch wollen wir nun rechtliche Schritte prüfen", stellt Nadine Bergers in Aussicht.

Bevor Ende August nun der HIV-Test ansteht, wolle sie sich anwaltlich beraten lassen. Die Verbraucherzentrale NRW befürwortet diesen Schritt. "Laut Produkthaftungsgesetz muss so produziert werden, dass die Waren sicher fertig gestellt werden", sagt Thomas Bradler, Jurist der Verbraucherzentrale. Der Hersteller müsse alle Produktionsschritte so kontrollieren, dass Lücken ausgeschlossen werden. "Eventuell kann auch Schadensersatz wegen fahrlässiger Körperverletzung geltend gemacht werden", so der Jurist. Nadine Bergers wird das prüfen.

Quelle: NGZ


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