Das Treideldenkmal auf dem Stürzelberger Dorfplatz steht. Im Juli 1999 bereits war der Platz seiner Bestimmung fertig worden, doch das I-Tüpfelchen fehlte damals noch. Viele Stürzelberger hatten für die neue Treidelschifffahrts-Skulpturengruppe gespendet, nun konnte das von Herbert Labusga geschaffene Denkmal feierlich übergeben werden. NGZ-Foto: H. Jazyk
Nach einem feierlichen ökumenischen Gottesdienst in St. Aloysius am Dienstag Vormittag enthüllten Bürgermeister Reinhard Hauschild, Schirmherr Peter Olaf Hoffmann und Jakob Justenhoven, Vorsitzender der Interessengemeinschaft "Pro Stürzelberg" die bronzene Figurengruppe, die der Kölner Künstler Herbert Labusga für Stürzelberg gestaltet hat. Der alte Treidler, der das Pferd am Zügel hält und ein kleiner Junge, der mit der Hand in Richtung Rhein weist, erinnern an die Treidelschifffahrt, die das Leben in Stürzelberg noch bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts prägte.
Teile des alten Leinpfades erinnern heute noch daran. Mit der Übergabe des Denkmals bei strahlendem Sonnenschein setzten Stürzelberger Bürger gemeinsam mit zahlreichen Ehrengästen nach sechs Jahren endlich einen Schlusspunkt um die wechselvolle Geschichte des Ortsmittelpunktes. Nur auf die ebenfalls bronzene Tafel zur Erläuterung des Denkmals und der Treidelschifffahrt am Rhein mussten die Gäste noch verzichten. Sie war aufgrund der eng gesetzten Termine nicht rechtzeitig fertig geworden und wird erst in den kommenden Wochen installiert. Statt dessen gab ein Gipsabguss der Tafel einen ersten Eindruck. In den Sockel des Denkmals, den "Pro Stürzelberg" in Eigeninitiative aufgestellt hatte, wurde zum Gedenken an die Einweihung wie bei einer Grundsteinlegung nachträglich eine versiegelte Urne mit einigen derzeit gültigen Geldstücken und einer tagesaktuellen NGZ eingemauert.
Die Freude über die gelungene Gestaltung der Ortsmitte herrschte an diesem Morgen natürlich vor, dennoch ließ Schirmherr Hoffmann auch einige kritische Worte fallen: "Das Denkmal erinnert auch an den freien Zugang zum Rhein und steht damit für ein noch ungelöstes Problem unseres Ortes." Er mahnte gleichzeitig: "Ich hoffe Rat und Verwaltung legen jetzt nicht die Hände in den Schoß. Denn wer Stürzelberg kennt, weiß, dass hier noch viel zu tun ist. Packen Sie's an!" Bürgermeister Hauschild nahm seinen Rat auf und versprach: "Wir haben noch mehr auf der Pfanne." Die Stadt Dormagen hatte den Dorfplatz in den vergangenen Jahren für und eine Million Mark umgestaltet und hatte auch den Löwenanteil der Kosten für das Treideldenkmal übernommen.
Den Rest hatte die Bürgerinitiative durch Spenden und Sponsoren selbst aufbringen können, was mit einigen Schwierigkeiten verbunden war. Insofern symbolisiere das Treideldenkmal auch die harte Arbeit, die notwendig gewesen sei, um sich gegen den Strom im übertragenen Sinne durchzusetzen, so Hoffmann. Über die eigentliche Tradition des Treidelns in Stürzelberg hatte sich Justenhoven in den vergangenen Monaten eingehend informiert. Zur Übergabe des Denkmals hatte er eigens eine Broschüre dazu herausgegeben. Die Kinder interessiere die Geschichte indes wenig: Sie nahmen "ihr" Denkmal als Klettergerüst in Beschlag. Silvia Fehse
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